Intergeo-Experte: Ozeane zentral für Klimaforschung und Blaue Wirtschaft
Prof. Dr. Martin Visbeck vom GEOMAR betont die Bedeutung der Ozeane für die Klimaforschung und sieht Potenzial in digitalen Zwillingen für eine nachhaltige Blaue Wirtschaft.

Professor Dr. Martin Visbeck vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel hebt die oft unterschätzte Rolle der Ozeane in der Klimaforschung hervor. Obwohl die Ozeane zwei Drittel der Erdoberfläche bedecken und 90 Prozent der zusätzlichen Wärmeenergie aufgenommen haben, spielen sie in der Klimaforschung häufig eine untergeordnete Rolle.
Visbeck erklärt dies damit, dass Menschen an Land leben und die Vermessung der Ozeane aufwendiger ist als die der Atmosphäre. Er betont jedoch die Notwendigkeit, die Bedeutung der Ozeane hervorzuheben und fordert mehr Forschung und Austausch in der Meeresforschung.
Im Rahmen von INTERGEO, einer Fachmesse für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement, diskutierte Visbeck über die Potenziale der „Blauen Wirtschaft“. Dieses Konzept zielt darauf ab, marine Ökosysteme durch Technologien und Lösungen zu schützen und gleichzeitig wirtschaftliche Aktivitäten zu ermöglichen.
Besonders digitale Zwillinge der Ozeane bergen laut Visbeck großes Potenzial für Verständnis und Management. Diese Modelle können dazu beitragen, Rahmenbedingungen für Nutzung und Schutz zu entwickeln und zu optimieren, um eine nachhaltige Balance zwischen Ökonomie und Ökologie zu erreichen. Er nennt auch Technologien wie smarte Fischereiverfahren und emissionsarme Antriebe zur Minimierung negativer Umweltauswirkungen.
Die INTERGEO bringt Fachleute aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung zusammen, um den Einsatz von Geodaten und neuen Technologien für nachhaltige Lösungen zu erörtern. Visbeck schließt daraus, dass trotz der Komplexität der Herausforderungen geodata-basierte Ansätze entscheidend zur Verbesserung beitragen können.