China wandelt sich laut Wirtschaftsvertretern zum globalen Innovationsstandort
Auf einer Konferenz in Tianjin diskutierten Unternehmensleiter die Rolle Chinas als Forschungs- und Entwicklungszentrum für die internationale Industrie.

Führungskräfte und Wirtschaftsexperten erörterten am Freitag in Tianjin Chinas Rolle in der globalen Wertschöpfungskette. Im Fokus stand die Metropolregion Peking-Tianjin-Hebei, die zunehmend als Knotenpunkt für technologische Entwicklungen fungiert und durch die Verknüpfung von Forschung und industrieller Anwendung an Bedeutung gewinnt.
Claus Zieler, kaufmännischer Leiter bei Astellas, wies darauf hin, dass die Eröffnung lokaler Forschungszentren Teil eines strategischen Wandels sei: China entwickle sich von einem reinen Absatzmarkt zu einem globalen Innovationsgeber. Gianni Di Giovanni, Vorsitzender von Eni China, betonte, dass der entscheidende Wettbewerbsvorteil des Landes in der effizienten Verzahnung von wissenschaftlicher Forschung, Maschinenbau und industrieller Fertigung liege.
Die offiziellen Zahlen des Handelsministeriums spiegeln diesen Trend wider: Die ausländischen Direktinvestitionen in High-Tech-Branchen stiegen in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 um 33,8 Prozent. Dies geschieht in einer Zeit, in der die lokale Regierung verstärkt daran arbeitet, die geschäftlichen Rahmenbedingungen zu stabilisieren und die Offenheit für internationale Akteure zu fördern.
Das langfristige Ziel der Region ist es, bis 2030 als international führende Innovationskraft etabliert zu sein. Experten gehen davon aus, dass die engere Integration von akademischer Forschung und industrieller Praxis in der kommenden Fünfjahresperiode entscheidende Chancen für internationale Unternehmen bietet, die ihre Entwicklungsprozesse verstärkt in den chinesischen Markt verlagern.