Anleger werfen Handelsplattform Stockal unbefugte Portfolioverkäufe vor
Indische Investoren berichten, dass US-Aktien im Wert von Millionen ohne Zustimmung verkauft und in chinesische Microcap-Aktien umgeschichtet wurden.

Rund 30 Anleger melden, dass ihre Konten bei der Handelsplattform Stockal am 15. Oktober unbefugt genutzt wurden, um US-Standardwerte wie Apple und Tesla zu liquidieren. Der Erlös wurde laut Angaben der Betroffenen genutzt, um Anteile an dem chinesischen Unternehmen Zhibao Technology zu erwerben, dessen Wert nach den Transaktionen um rund 60 Prozent einbrach.
Die Muttergesellschaft Borderless Investing bestreitet einen Einbruch in ihre eigenen Systeme und vermutet stattdessen Social-Engineering-Angriffe auf die Kontozugänge. Der US-Brokerage-Partner DriveWealth lehnt die Verantwortung ab und verweist darauf, dass die Sicherheitslücke im System von Stockal selbst gelegen habe. In Bengaluru wurde inzwischen eine offizielle polizeiliche Untersuchung eingeleitet.
Experten für Cybersicherheit kritisieren das Fehlen effektiver Sicherheitsbarrieren. Plattformen sollten demnach bei Finanztransaktionen über die einfache Anmeldung hinaus Sicherheitsmechanismen wie eine Transaktionsfreigabe oder Gerätebindung implementieren. Borderless Investing erklärte, mit Behörden zusammenzuarbeiten, betonte jedoch, dass dies kein Schuldeingeständnis darstelle.