Ippen befürwortet Abgabe für Online-Plattformen zur Journalismusfinanzierung
Verleger Jan Ippen unterstützt die Einführung einer Abgabe für große Online-Plattformen zur Finanzierung des Journalismus. Er sieht darin eine notwendige Maßnahme gegen das Ungleichgewicht von Medienhäusern und Plattformen.

Medienunternehmer Jan Ippen hat sich für die Einführung einer Digitalabgabe ausgesprochen, die größere Online-Plattformen zur Finanzierung des Journalismus heranziehen soll. Ippen betont, dass diese Maßnahme notwendig sei, um dem wachsenden Druck auf journalistische Angebote im Internet entgegenzuwirken und das Ungleichgewicht zwischen traditionellen Medienhäusern und den dominierenden Plattformen auszugleichen.
„Journalismus ist die Basis der Meinungsbildung“, erklärte Ippen gegenüber der Berliner Morgenpost. Er wies auf eine „offensichtliche Marktschräglage“ im Internet hin, die diese Basis bedrohe. Unterschiede in Bezug auf Neutralität, Objektivität, Verbreitungswege und die Verteilung von Einnahmen seien signifikant. Mit dieser Position unterstützt Ippen die Forderung, dass große Internetkonzerne stärker zur Finanzierung journalistischer Inhalte beitragen sollen.
Die Haltung Ippens deckt sich mit ähnlichen Äußerungen anderer deutscher Medienvertreter, wie etwa Julia Becker von der Funke-Mediengruppe, die ebenfalls für eine solche Abgabe plädiert und die aktuelle Situation auf dem digitalen Medienmarkt als ungerecht bezeichnet hat. Die deutsche Bundesregierung, vertreten durch Medienstaatsminister Wolfram Weimer, arbeitet an entsprechenden Plänen für eine solche Abgabe, die voraussichtlich im Frühjahr 2025 in Kraft treten soll.
Weimer äußerte sich zuversichtlich, die Gesetzgebung noch in diesem Jahr verabschieden zu können, möglicherweise in Form einer zweckgebundenen Abgabe. Diese würde große Internetkonzerne wie Google und Meta betreffen. Als Vorbild nannte er das österreichische Modell, bei dem Online-Plattformen seit 2020 fünf Prozent ihrer Werbeeinnahmen an Content-Anbieter abführen. Die Debatte spiegelt eine breitere europäische Diskussion wider, wie die Zukunftsfähigkeit des Journalismus im digitalen Zeitalter gesichert werden kann.