Johanniter und Bundeswehr vereinbaren privilegierte Partnerschaft
Johanniter-Unfall-Hilfe und Malteser Hilfsdienst haben eine Absichtserklärung mit dem Zentralen Sanitätsdienst der Bundeswehr unterzeichnet, um eine privilegierte Partnerschaft zu formalisieren.

Berlin – Die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) und der Malteser Hilfsdienst (MHD) haben eine Absichtserklärung zur Etablierung einer privilegierten Partnerschaft mit dem Zentralen Sanitätsdienst der Bundeswehr unterzeichnet. Die Unterzeichnung fand im Rahmen der Sanitätsdienstübung „Medic Quadriga 2026“ statt, bei der die gesamte Rettungskette von der Versorgung von Verwundeten im Einsatzgebiet bis zur stationären Aufnahme erprobt wird.
Im Rahmen der Übung beteiligte sich die Johanniter mit einem Teil ihrer neu geschaffenen Verwundeten-Transportkomponente 100 (VTpK-JUH100). Fünf Krankentransportwagen mit qualifiziertem Personal kamen zum Einsatz, um die Einsatzbereitschaft der Johanniter in einem großangelegten Szenario zu demonstrieren. Die Komponente umfasst bundesweit 100 Fahrzeuge und ist darauf ausgelegt, Verwundete nach ihrer Ankunft in Deutschland zügig in geeignete Behandlungseinrichtungen zu transportieren und damit die nationale Patientensteuerung zu unterstützen. Die überwiegend ehrenamtlich besetzten Fahrzeuge stehen bis zu drei Monate zur Verfügung.
Die Absichtserklärung schafft die Grundlage für zukünftige öffentlich-rechtliche Vereinbarungen zwischen den Hilfsorganisationen und dem Zentralen Sanitätsdienst. Diese sollen die konkrete und verlässliche Unterstützung der Bundeswehr durch JUH und MHD regeln. Ziel ist es, die zivil-militärische Zusammenarbeit zu vertiefen und die gesamtstaatliche Vorsorge im Bereich Sanitätsdienst und Patientensteuerung zu stärken, unter Wahrung humanitärer Prinzipien und der Freiwilligkeit.
Generaloberstabsarzt Dr. Ralf Hoffmann, Befehlshaber des Zentralen Sanitätsdienstes der Bundeswehr, betonte die Bedeutung der zivilen Unterstützung in Verteidigungsszenarien angesichts der aktuellen sicherheitspolitischen Entwicklungen. Oliver Meermann, Mitglied des Bundesvorstandes der Johanniter-Unfall-Hilfe, hob hervor, dass die privilegierte Partnerschaft ein wichtiger Schritt zur dauerhaften und verlässlichen Einbindung ziviler Unterstützung in staatliche Krisen- und Verteidigungsszenarien sei.