Jury spricht 17 Millionen Dollar nach fehlerhafter Blasenentfernung zu
Eine Jury in Kennebec County hat 17 Millionen Dollar Schadensersatz an Emily Mitchell zugesprochen, deren Blase während einer Routineoperation irrtümlich entfernt wurde. Das Urteil erfolgte nach einem Prozess wegen ärztlicher Kunstfehler gegen das Inland Hospital und Northern Light Health.

Eine Jury im Kennebec County hat am 23. Juli 2026 Emily Mitchell eine Schadensersatzzahlung von 17 Millionen Dollar zugesprochen, nachdem ihre Blase irrtümlich während eines Eingriffs zur Entfernung einer gutartigen Eierstockzyste entfernt worden war. Das Urteil erging nach einem zweiwöchigen Prozess wegen ärztlicher Kunstfehler gegen das Inland Hospital und Northern Light Health.
Der Vorfall ereignete sich während eines laparoskopischen Eingriffs am 1. März 2023. Laut den während des Prozesses vorgelegten Beweisen führte die als Routineeingriff begonnene gynäkologische Operation zu einem schwerwiegenden chirurgischen Fehler. Mitchells Zustand verschlechterte sich nach der Operation, was zu ihrer Verlegung in das Eastern Maine Medical Center zur Notoperation führte. Dort entdeckten die Chirurgen, dass ihre Blase bei der ursprünglichen Operation entfernt worden war. Die Pathologie bestätigte, dass das entfernte Gewebe eine vollständige Blasenwand war und nicht genügend gesundes Gewebe für eine Reparatur übrig war.
Über acht Monate lang war Mitchell auf beidseitige Nephrostomie-Schläuche angewiesen, um Urin aus ihren Nieren abzuleiten, wobei sie unter wiederkehrenden Infektionen und anhaltenden Komplikationen litt. Schließlich unterzog sie sich in Massachusetts einer komplexen rekonstruktiven Operation, bei der ein Teil ihres Dünndarms zu einer Neoblase umgeformt wurde.
Mitchell leidet weiterhin unter dauerhaften Folgen und benötigt tägliche Selbstkatheterisierung sowie fortlaufende fachärztliche Betreuung. Die Jury befand das Inland Hospital und Northern Light Health für haftbar und sprach Schadensersatz für vergangene und zukünftige medizinische Kosten, Schmerzen, Leiden, Verlust der Lebensfreude, emotionale Belastung und dauerhafte Beeinträchtigung zu. Die Anwaltskanzlei Berman & Simmons vertrat Mitchell und bezeichnete das Urteil als die bisher höchste Schadensersatzsumme für ärztliche Kunstfehler in der Geschichte des Kennebec County.