Analyse: Welche Kriterien die Risikoprüfung im Zahlungsverkehr bestimmen
Compaytence veröffentlicht eine Untersuchung über die Risikobewertung bei Zahlungsdienstleistern und erklärt, warum viele Händler erst bei steigenden Volumina einer intensiven Prüfung unterzogen werden.

Compaytence hat eine Analyse zu den Risikoprüfungsprozessen großer Zahlungsdienstleister wie Stripe und Shopify Payments veröffentlicht. Die Untersuchung zeigt, dass der Anmeldeprozess für Händler oft keine vollumfängliche Risikoprüfung darstellt. Stattdessen findet die eigentliche Risikobewertung meist zeitversetzt statt, insbesondere dann, wenn das Transaktionsvolumen steigt oder die Chargeback-Quote zunimmt.
Die Analyse identifiziert acht wesentliche Faktoren, die Risikoprüfer bewerten. Dazu gehören die Branche (klassifiziert durch den Merchant Category Code), die Lieferzeitspanne, die bisherige Zahlungshistorie sowie die rechtliche und steuerliche Aufstellung des Unternehmens. Unternehmen, die in Kategorien mit hohem Retourenaufkommen fallen, müssen laut dem Bericht mit einer strengeren Überprüfung ihres Cashflows rechnen.
Ein wesentlicher Unterschied liegt in der zeitlichen Komponente: Während klassische Banken Händler vor dem ersten Cent prüfen, setzen moderne Zahlungsdienstleister auf eine nachträgliche Kontrolle. Für Händler bedeutet dies, dass regulatorische Eingriffe, wie Kontosperren oder Sicherheitsreserven, häufig unter Druck erfolgen, wenn das operative Geschäft bereits in vollem Gange ist.