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KfW: Rund 100.000 Mittelständler suchen jährlich Nachfolger

Jährlich suchen etwa 100.000 kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland einen Nachfolger. Während die kurzfristigen Nachfolgeregelungen zu zwei Dritteln abgeschlossen sind, fehlt es an Nachwuchsunternehmern.

21. Juni 2026
KfW: Rund 100.000 Mittelständler suchen jährlich Nachfolger

Frankfurt am Main – Rund 100.000 kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Deutschland planen jährlich, ihr Geschäft an eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger zu übergeben oder zu verkaufen. Dies geht aus einer aktuellen Analyse von KfW Research hervor, dem Forschungsinstitut der KfW Bankengruppe. Zwar sind zwei Drittel der kurzfristig bis Ende 2023 anstehenden Nachfolgeregelungen bereits getroffen, doch die größte Herausforderung für die Unternehmen bleibe die Suche nach geeigneten Nachfolgern.

Die Problematik dürfte in den kommenden Jahren weiter zunehmen, da die Zahl der Unternehmen mit älteren Inhabern stetig steigt. Derzeit sind bereits 31 Prozent der Unternehmerschaft 60 Jahre oder älter – das ist etwa dreimal so viel wie noch vor 20 Jahren. Nur jeder zehnte Inhaber ist jünger als 40 Jahre. Dies führt zu einer sogenannten Nachfolgelücke, die sowohl demografisch bedingt ist als auch auf ein seit Jahren geringes Gründungsinteresse zurückzuführen ist.

Die mit Abstand größte Hürde für die Unternehmensnachfolge stellt für 79 Prozent der Mittelständler der Mangel an geeigneten Nachfolgern dar. Diese Nachfolgelücke ist strukturell und wird durch kleinere nachfolgende Generationen sowie eine anhaltend niedrige Gründungsdynamik verursacht. Erst an zweiter Stelle folgt die Einigung auf einen Kaufpreis (34 Prozent).

Generell bleibt die familieninterne Übergabe die bevorzugte Nachfolgelösung, für die sich 53 Prozent der KMU entscheiden. Darauf folgen Verkäufe an externe Interessenten (45 Prozent) oder an Mitarbeiter (26 Prozent). Bei familieninternen Übergaben erschweren jedoch kleinere nachfolgende Generationen und veränderte Berufswege die Planung.

Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW, betont die anhaltende Relevanz der Nachfolgethematik: „Die Frage der Unternehmensnachfolge bleibt ein Top-Thema im deutschen Mittelstand. Die Nachfolgelücke wird dazu führen, dass Unternehmen häufiger ungeplant stillgelegt werden müssen. Eine frühzeitige und umfassende Abwägung aller Alternativen wird zunehmend zum Erfolgsfaktor.“

Originalquelle: kfw.de