KfW: Mittelstand zeigt wieder etwas höhere Innovationsfreude
Der deutsche Mittelstand zeigt eine leichte Zunahme der Innovationsaktivität in den Jahren 2022–2024, begleitet von gestiegenen Ausgaben. Die Innovationstätigkeit konzentriert sich jedoch weiterhin stark auf größere Unternehmen.

Der deutsche Mittelstand zeigt eine wieder etwas höhere Innovationsfreude. Im Zeitraum 2022 bis 2024 haben 41 Prozent der mittelständischen Unternehmen mindestens eine Innovation hervorgebracht, zwei Prozentpunkte mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Innovationsausgaben stiegen 2024 auf 35,4 Milliarden Euro, eine Zunahme um 1,8 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr. Auch preisbereinigt verzeichnete man ein Plus von knapp drei Prozent.
Diese leichten positiven Entwicklungen können jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Innovationsaktivität des deutschen Mittelstands seit Mitte der 2000er Jahre deutlich zurückgegangen ist. Die Aktivität konzentriert sich zudem auf immer weniger, vor allem größere Unternehmen. So haben 73 Prozent der großen Mittelständler mit mehr als 50 Beschäftigten eine Innovation getätigt, während dies bei Kleinstunternehmen mit weniger als fünf Beschäftigten nur bei 37 Prozent der Fall war. Große Unternehmen tragen auch den Großteil der Innovationsausgaben.
"Dass wieder etwas mehr Unternehmen Innovationen tätigen, ist erfreulich, gerade im weiterhin schwierigen konjunkturellen Umfeld", sagte Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW. "Angesichts der Bedeutung des Mittelstands für die deutsche Wirtschaft können wir mit der Innovationstätigkeit aber nicht zufrieden sein. Diese war in der Vergangenheit schon einmal deutlich höher. Die Produktivitätsentwicklung und die Transformationsfähigkeit der deutschen Wirtschaft werden nachhaltig geschwächt, wenn ein immer größerer Anteil von Unternehmen auf die regelmäßige Erneuerung ihrer Produktionsprozesse und ihrer Produktangebote verzichtet."
Innovationen im Mittelstand entstehen im Regelfall nicht aus eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilungen, sondern aus dem Arbeitsalltag heraus. Nur drei Prozent der Mittelständler betrieben zwischen 2022 und 2024 kontinuierlich eigene Forschung und Entwicklung, weitere sechs Prozent gelegentlich. Schumacher betonte, dass wirtschaftspolitische Maßnahmen, wie Förderprogramme, so gestaltet sein müssen, dass auch kleine Unternehmen ohne eigene F&E davon profitieren können. Der Abbau bürokratischer Hürden und die Linderung des Fachkräftemangels seien ebenfalls von zentraler Bedeutung.