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KfW: Neugeschäft deutscher Banken erholt sich langsam

Das Neugeschäft mit Krediten an Unternehmen und Selbstständige in Deutschland verlangsamte sich im ersten Quartal auf einen Rückgang von 3,9 %. Eine langsame Erholung wird erwartet, mit möglichem positivem Wachstum im zweiten Halbjahr.

15. Juni 2026
KfW: Neugeschäft deutscher Banken erholt sich langsam

Das Neugeschäft deutscher Banken mit Unternehmen und Selbstständigen blieb zu Jahresbeginn 2024 unter dem Vorjahresniveau, hat sich aber seit Herbst stabilisiert. Dies geht aus einer Analyse von KfW Research hervor, die eine überraschende Belebung der deutschen Wirtschaft und das Ende des Zinsanhebungszyklus als Faktoren nennt. Nach zweistelligen Kontraktionsraten in den Vorquartalen verlangsamte sich der Rückgang im Neugeschäft im ersten Quartal auf 3,9 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. KfW Research erwartet, dass sich diese langsame Erholung fortsetzt und das Neugeschäft im zweiten Quartal nur noch um 2 % zurückging, bevor es ab dem dritten Quartal wieder in ein moderates positives Wachstum übergehen könnte.

Der negative Einfluss von Investitionen in Sachanlagen und das weiterhin hohe Zinsniveau auf die Kreditnachfrage haben sich in den letzten Monaten abgeschwächt. Unternehmen beantragten laut Bankenmeldungen erstmals seit einem Jahr wieder vermehrt Warenkredit- und Betriebsmittelkredite. Mit einer Verbesserung des wirtschaftlichen Umfelds und steigenden Umsatz-Erwartungen dürfte die Investitionstätigkeit wieder zunehmen, was das Neugeschäft weiter stützen wird.

Die Zinswende dürfte die Kreditnachfrage zunächst nur moderat ankurbeln. Die Kreditzinsen für Unternehmen bewegen sich seit Oktober 2023 seitwärts. Die Zinssenkung der EZB im Juni wurde bereits vom Markt eingepreist. Erst im weiteren Jahresverlauf, mit nachlassender Inflation, ist mit sinkenden Kreditzinsen zu rechnen, was das Neugeschäft im zweiten Halbjahr stützen dürfte.

Auf der Kreditangebotsseite verlangsamt sich die Straffung der Kreditvergabestandards durch die Banken seit 2022. Banken gaben an, ihre Kreditvergabestandards zu Jahresbeginn kaum weiter verschärft zu haben. Auch die Ablehnungsquote für Kreditanfragen von Unternehmen blieb nahezu stabil. Banken nennen die schwache Konjunktur und die Bonität von Unternehmen als hemmende Faktoren für das Kreditgeschäft. Eine konjunkturelle Erholung könnte zu einer Lockerung der Kriterien führen. Setzt sich der Anstieg der Unternehmensinsolvenzen fort, könnten Banken restriktive Bedingungen beibehalten, es gibt jedoch Anzeichen für eine Stabilisierung.

Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW, fasste die Ergebnisse zusammen: "Die Aussichten für eine nachhaltige Erholung des Neugeschäfts haben sich verbessert, aber das Tempo der Erholung ist weiterhin langsam. Erst wenn sich die wirtschaftliche Erholung verfestigt und die Zinswende sich stärker in den Finanzierungsbedingungen widerspiegelt, erwarten wir für das zweite Halbjahr wieder positives Wachstum." Sie betonte zudem die Bedeutung von Planungssicherheit für Investitionsentscheidungen und die Finanzierungsbedarfe von Unternehmen, wobei Unsicherheiten wie politische Entwicklungen und Handelskonflikte das Investitionsinteresse dämpfen.

Originalquelle: kfw.de