KfW besteht "Härtetest" mit dritter Blockchain-Anleihe
Die KfW hat erfolgreich Registerführer und Blockchain ihrer dritten digitalen Anleihe während der Laufzeit gewechselt. Der Praxistest belegte die Robustheit der digitalen Kapitalmarktinfrastruktur.

Die KfW hat einen weiteren wichtigen Schritt zur Entwicklung digitaler Kapitalmarktinfrastrukturen gesetzt. Ein "Härtetest" ihrer dritten Blockchain-basierten Anleihe hat gezeigt, dass zentrale Komponenten im laufenden Betrieb ausgetauscht werden können. Erstmals in Deutschland wurden während der Laufzeit eines Kryptowertpapiers nach dem Gesetz über elektronische Wertpapiere (eWpG) sowohl der Registerführer als auch die zugrundeliegende Blockchain gewechselt. Der Test zeigte zugleich konkret, welche Voraussetzungen für eine breitere Nutzung und Skalierung noch fehlen.
Am 23. September übernahm die DekaBank die Registerführung von Cashlink. Gleichzeitig wurde das Register von der initial genutzten Polygon-Blockchain auf die SWIAT-Infrastruktur übertragen, die künftig Teil von Regulated Layer One (RL1) wird – einer neuen Blockchain-Infrastruktur für den europäischen Finanzmarkt. Für die Anleiheinvestoren änderte sich während dieses Vorgangs nichts. Nach Kenntnis der KfW war dies der erste Wechsel von Registerführer, Register und zugrundeliegender Blockchain während der Laufzeit eines Kryptowertpapiers in Deutschland.
KfW-Treasurer Tim Armbruster betonte, dass der erfolgreiche Härtetest mehr als ein technischer Nachweis sei. "Er zeigt, dass digitale Kapitalmarktinfrastruktur auch bei einem gezielten Wechsel zentraler Komponenten im laufenden Betrieb funktioniert. Für den nächsten Entwicklungsschritt brauchen wir jetzt gemeinsame Standards und interoperable Systeme. Nur so können wir skalierbare Strukturen schaffen und Europas Wettbewerbsfähigkeit und digitale Souveränität im Kapitalmarkt stärken", sagte Armbruster.
Eine zentrale Erkenntnis betrifft das Zusammenspiel unterschiedlicher DLT-Systeme (Distributed Ledger Technology). Polygon und SWIAT/RL1 nutzen derzeit verschiedene technische Standards. Die Anleihe-Token als elektronische Version des Wertpapiers konnten daher nicht direkt von einer Infrastruktur auf die andere übertragen werden. Stattdessen erzeugte die DekaBank als neuer Registerführer auf SWIAT neue Token, während Cashlink als bisheriger Registerführer die Token auf Polygon im selben Zug löschte. Der Wechsel verlief reibungslos.
Die KfW plant weitere Schritte zur Entwicklung digitaler Kapitalmärkte. Im Dezember 2026 wird die Bank erstmals die neue Pilotlösung Pontes des Eurosystems für die Abwicklung in Zentralbankgeld nutzen. Dies ermöglicht die Abwicklung DLT-basierter Transaktionen in Zentralbankgeld. Die KfW ist zudem der Appia Contact Group beigetreten, um den Dialog über zukünftige europäische Infrastrukturen für digitale Vermögenswerte fortzusetzen.