Kiel stellt Haushaltsplanung für 2027 mit 170 Millionen Euro Defizit vor
Die Stadt Kiel hat ihren Haushaltsentwurf für 2027 vorgelegt, der ein Defizit von rund 170 Millionen Euro vorsieht. Die Stadt begründet dies mit einer angespannten Wirtschaftslage, gestiegenen Personal- und Sozialausgaben sowie schwächeren Einnahmen als erwartet.

Die Stadt Kiel hat am 21. Juli ihren Haushaltsentwurf für das Jahr 2027 präsentiert, der ein prognostiziertes Defizit von rund 170 Millionen Euro ausweist. Laut Stadtverwaltung schlagen sich eine angespannte Wirtschaftslage, gestiegene Personal- und Sozialausgaben sowie eine geringere Einnahmenentwicklung als erwartet erheblich auf den Haushalt nieder.
Oberbürgermeister Samet Yilmaz (Grüne) bezeichnete die Herausforderungen als "erheblich", betonte jedoch, dass Investitionen in Bildung, Infrastruktur und Wohnungsbau nicht "leichtfertig aufgegeben" werden sollen. Zur Kostensenkung plant die Stadt unter anderem Stellenabbau und eine Modernisierung der Verwaltung. Des Weiteren sollen jährlich 36 Millionen Euro aus einem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität für Investitionen eingesetzt werden.
Auch für das laufende Jahr 2026 wurden die Ausgabenprognosen angehoben. Statt eines ursprünglich geplanten Defizits von 101 Millionen Euro wird nun im Nachtragshaushalt mit rund 141 Millionen Euro gerechnet. Auf eine Haushaltssperre wird verzichtet, da diese nach Ansicht der Stadt die Ursachen der finanziellen Probleme nicht bekämpfe, sondern lediglich die Handlungsfähigkeit der Verwaltung einschränke.
Die Haushaltslage in Kiel ist seit längerem angespannt. Bereits in den Vorjahren wurden erhebliche Defizite verzeichnet, und die Stadt sucht nach Wegen, ihre Ausgaben zu reduzieren, während sie gleichzeitig versucht, Investitionen in Kernbereiche aufrechtzuerhalten.