Führungskräfte leiden unter 'Freizeitstress' im Sommer
Der deutsche Begriff 'Freizeitstress' beschreibt die durch freie Zeit entstehende Anspannung. Für viele Führungskräfte kann die Zeit außerhalb der Arbeit bedrohlich wirken, wenn ständige Beschäftigung zur Bewältigungsstrategie geworden ist.

Viele Führungskräfte leiden unter 'Freizeitstress', der durch freie Zeit entstehenden Anspannung. Wenn die Arbeit endet und die Feiertage beginnen, kann ein leerer Kalender beunruhigend wirken und die Freizeit zu einem zu optimierenden Leistungsziel machen.
Diese Herausforderung ist besonders für Führungskräfte akut, deren Arbeit oft Struktur, Status und ein Gefühl der Nützlichkeit bietet. Das Fehlen dieser Anforderungen kann eine Identitätskrise auslösen, bei der Geschäftigkeit zu einer Bewältigungsstrategie wird. Während der Ferien planen Einzelpersonen anstatt sich auszuruhen möglicherweise Arbeitsaufgaben oder überprüfen E-Mails und bleiben psychologisch an ihre Arbeitsplätze gebunden.
Das Problem ist bedeutsam, da die bloße physische Abwesenheit von der Arbeit nicht automatisch Erholung gewährleistet, wenn der Geist wachsam und ständig verfügbar bleibt. Während Führungskräfte Arbeitsanforderungen anführen mögen, können auch Perfektionismus und die Angst, zurückzufallen, dazu beitragen, verbunden zu bleiben. Dies führt oft dazu, dass man aus dem Urlaub zurückkehrt, ohne sich wirklich erholt zu haben.
Echte Erholung kann anfangs unangenehm sein, während sich der Geist an den Mangel an Stimulation und Validierung anpasst. Führungskräfte sollten dem Drang widerstehen, jeden Moment zu füllen, und Langeweile zulassen. Anstatt Freizeit als Leistungsziel zu betrachten, bietet sie die Möglichkeit, sich von arbeitsdefinierten Rollen zu lösen und sich wieder mit dem Selbst zu verbinden, das von beruflichen Anforderungen überschattet wurde.