Schreiben lernen mit der "falschen" Hand kann zu gravierenden Problemen führen
Der Deutsche Verband Ergotherapie (DVE) warnt davor, Kinder zum Schreiben mit einer bestimmten Hand zu zwingen. Dies könne zu nachhaltigen Problemen führen, so die Experten, die die natürliche Entwicklung der Händigkeit betonen.

Der Deutsche Verband Ergotherapie e.V. (DVE) macht auf erhebliche Risiken aufmerksam, die entstehen können, wenn Kinder gezwungen werden, mit einer ihnen nicht natürlich liegenden Hand zu schreiben.
Die Fachleute betonen, dass eine erzwungene Umgewöhnung gravierende Folgen haben kann. Dazu gehören nach Angaben des Verbandes unter anderem Lernschwierigkeiten, Konzentrationsprobleme und sogar Verhaltensauffälligkeiten. Der DVE hebt hervor, dass jedes Kind einen individuellen Entwicklungsweg durchläuft, der von Erwachsenen respektiert werden sollte.
Ergotherapeuten erklären, dass die frühzeitige oder falsche Festlegung der Schreibhand zu unnötigem Stress und Verunsicherung bei Kindern führen kann. Sie empfehlen, dem Kind die eigenständige Entdeckung und Entwicklung seiner Präferenz zu überlassen. Wenn ein Kind eine Tendenz zur Nutzung einer bestimmten Hand zeigt, sollte dies akzeptiert und gefördert werden.
Zudem weist der DVE darauf hin, dass das Erlernen des Schreibens von einer Vielzahl von Faktoren abhängt, darunter Feinmotorik, visuelle Wahrnehmung und Körperwahrnehmung. Eine erzwungene Handnutzung kann die natürliche Entwicklung dieser Fähigkeiten stören und beim Kind Frustration und Unsicherheit hervorrufen.
Der Verband rät Eltern und pädagogischem Personal zu Sensibilität und Achtsamkeit gegenüber den individuellen Bedürfnissen der Kinder beim Schreiberwerb. Bei Schwierigkeiten wird empfohlen, professionelle Hilfe von Ergotherapeuten in Anspruch zu nehmen.