Libanon tritt Minenverbotsvertrag bei
Libanon wird der 162. Staat, der dem Verbot von Antipersonenminen beitritt. Dieser Schritt ist ein wichtiges Signal für eine minenfreie Zukunft und den Schutz der Zivilbevölkerung.

Libanon tritt als 162. Staat dem internationalen Verbot von Antipersonenminen bei. Jahrzehntelang waren weite Teile des Landes durch Landminen und Explosivstoffe aus Kriegen verseucht, was zu zahlreichen Todesfällen und Verletzungen führte.
Die Bündnisorganisation Handicap International (HI), Mitpreisträgerin des Friedensnobelpreises, begrüßt diesen Schritt als Verpflichtung zum Schutz der libanesischen Zivilbevölkerung. Laut dem Landminen-Monitor 2025 stammen 90 % der registrierten Opfer von Landminen aus der Zivilbevölkerung.
"Der Beitritt des Libanon ist nicht nur ein Schritt in Richtung einer minenfreien Zukunft, sondern auch ein starkes Signal für die Bedeutung internationaler Regeln", erklärte Dr. Eva Maria Fischer, Leiterin der politischen Abteilung von Handicap International Deutschland. Sie betonte, dass dies eine Mahnung sei, dass Antipersonenminen niemals eine Lösung darstellen und dass Staaten auch in Konfliktzeiten wahllos wirkende Waffen ablehnen können, um generationsübergreifendes Leid zu verhindern.
Handicap International ist seit Jahren im Libanon aktiv. Die Organisation räumt verseuchte Gebiete, klärt Zivilisten über Minen und Blindgänger auf und leistet Opferhilfe. Ein besonderer Fokus liegt darauf, dass Überlebende von Minenunfällen Zugang zu umfassenden Dienstleistungen wie Rehabilitation, psychosozialer Unterstützung und sozioökonomischer Inklusion erhalten, insbesondere wenn sie mit langfristigen Behinderungen leben.