Historische Entwicklung der LEGO-Fertigungstechnologien
Ein Überblick über die technischen Meilensteine bei Kunststoffguss und Bedruckung, die die Produktion zwischen 1950 und 1970 prägten.

In den 1950er und 1960er Jahren steigerte LEGO die Produktionskapazitäten durch die Anschaffung spezialisierter Maschinen. Ein entscheidender Schritt war die Einführung von Heißkanal-Formen (Hot Runner), bei denen geschmolzener Kunststoff über beheizte Kanäle direkt in die Hohlräume des Werkzeugs geleitet wird. Da erste externe Lösungen 1961 die Anforderungen nicht erfüllten, entwickelte das Unternehmen Anfang der 1970er Jahre ein eigenes System, das sogenannte LEGO HK, das Materialabfälle deutlich reduzierte.
Neben dem Spritzguss erweiterte das Unternehmen die Fertigung um Vakuum- und Thermoformtechnologien. Vakuumformmaschinen wurden ab 1965 vor allem für die Produktion von Grundplatten eingesetzt. Die in den 1970er Jahren eingeführten Thermoformmaschinen mit Druckluftsystem ermöglichten präzisere Konturen und übertrafen die Leistung der Vorgängermodelle um das Zehnfache.
Auch im Bereich der Veredelung setzte das Unternehmen auf technologische Fortschritte. Während in den 1960er Jahren Heißprägung für glatte Flächen genutzt wurde, erforderte die Einführung der Minifiguren 1974 den Einsatz von Tampondruckmaschinen. Dieses Verfahren erlaubte erstmals eine präzise Bedruckung gewölbter und unebener Oberflächen und ersetzte damit in vielen Anwendungsbereichen das ältere Heißprägeverfahren.