Bibliothekare bieten Workshops zum Vermeiden von KI an
Bibliotheken weltweit veranstalten Workshops zum Thema "KI vermeiden", in denen sie den Nutzern beibringen, wie sie künstliche Intelligenz-Funktionen auf gängigen Geräten und Diensten deaktivieren und ablehnen können. Der Trend wird durch wachsende Frustration der Nutzer über die wahrgenommene Aufdringlichkeit von KI angetrieben.

Bibliothekare weltweit helfen Verbrauchern dabei, die zunehmende Präsenz künstlicher Intelligenz (KI) in ihrem Alltag zu verstehen und zu kontrollieren. Neue Workshops, oft unter dem Titel „KI vermeiden“, bieten praktische Anleitungen für Personen, die sich von KI-Funktionen in ihren Smartphones, E-Mails und Suchmaschinen überfordert fühlen.
Die Initiative gewann an Dynamik durch einen Artikel von Hannah Cyrus, einer Bibliothekarin an der Bangor Public Library in Maine. Cyrus skizzierte Strategien, wie andere Bibliothekare ihre Nutzer dabei unterstützen können, KI zu verstehen und abzulehnen. Sie stellte eine erhebliche Nachfrage nach klaren Anweisungen zur Deaktivierung von KI fest, was dazu führte, dass ihr erster Workshop mehr Teilnehmer anlockte, als untergebracht werden konnten, und eine Warteliste erforderlich machte.
Nach Cyrus' Artikel haben Dutzende von Bibliothekaren weltweit um Unterstützung bei der Entwicklung ähnlicher Programme gebeten. Charlie Bailey von der South Philadelphia Library ist ein solcher Bibliothekar. Die Ankündigung seiner Bibliothek für einen Workshop „KI vermeiden“ auf Instagram erhielt über 2.000 Likes und übertraf damit bei weitem die übliche Interaktion. Bailey betrachtet diese Sitzungen als entscheidend für die digitale Kompetenz und um Einzelpersonen zu befähigen, die Kontrolle über Technologie zu behalten.
Die Teilnehmer dieser Workshops äußern häufig ihre Frustration über die Allgegenwärtigkeit von KI und die Schwierigkeit, ihr auszuweichen. Diskussionen berühren oft Umweltbedenken im Zusammenhang mit KI, wie die Auswirkungen von Rechenzentren in der Nähe von Wohngebieten. Gallup-Umfragen zeigen, dass 70 % der Amerikaner die Umweltauswirkungen von KI-Rechenzentren besorgt. Cyrus vermutet, dass die erzwungene Natur vieler KI-Funktionen zur wachsenden Ermüdung und dem Wunsch nach größerer Nutzerautonomie beitragen könnte.