LinkedIn-Nutzer 'reisen in der Zeit' durch Änderung früherer Jobprofile
Ein neuer Trend auf LinkedIn, genannt „Zeitreisen“, beinhaltet, dass Nutzer Beschreibungen früherer Jobs ändern, oft um KI-Schlagwörter hinzuzufügen oder DEI-Begriffe zu entfernen, um sich qualifizierter darzustellen.

Ein neuer Trend namens „LinkedIn-Zeitreisen“ beschreibt, wie Nutzer die Beschreibungen von früheren Arbeitsstellen verändern, oft lange nachdem ihre Anstellung beendet wurde. Ziel dieser Praxis ist es, ihre wahrgenommenen Qualifikationen für potenzielle Arbeitgeber zu verbessern, wie eine Studie zeigt.
Die Forschung deutet darauf hin, dass fast ein Fünftel der Nutzer Titel oder Beschreibungen früherer Rollen modifiziert, wobei die Änderungen durchschnittlich vier Jahre später erfolgen. Häufige Taktiken beinhalten das Hinzufügen von KI-bezogenen Schlüsselwörtern, um der aktuellen Marktnachfrage zu entsprechen, oder das Entfernen von Begriffen zu Vielfalt, Gleichstellung und Inklusion (DEI) angesichts politischer Kontroversen. Der Trend ist besonders verbreitet bei jungen Arbeitssuchenden und in Technologiebereichen, insbesondere in Führungspositionen im Bereich KI und in der UX-Forschung.
Diese Praxis unterscheidet sich von der Standardaktualisierung eines Lebenslaufs dadurch, dass sie potenziell die Hinzufügung von Verantwortlichkeiten beinhaltet, die während der Beschäftigungszeit nicht existierten. Forscher bezeichnen dies als „Vermarktung“ früherer Rollen auf eine neue Art und Weise, anstatt die tatsächliche Arbeit widerzuspiegeln. Dies kann eine gewisse Unehrlichkeit beinhalten, die belohnt werden kann, wenn Personalvermittler nach bestimmten Schlüsselwörtern suchen.
Der Trend spiegelt auch breitere gesellschaftliche Veränderungen wider. Die Zunahme von KI-Begriffen und die Abnahme von DEI-Begriffen in Profilen könnten mit Veränderungen in der Geschäftslandschaft und im politischen Klima korrelieren. Forscher vermuten, dass dies auf eine wahrgenommene geringere Nachfrage nach DEI-Expertise zurückzuführen sein könnte, was Arbeitssuchende dazu veranlasst, ihre beruflichen Narrative anzupassen, um ihre Chancen auf einem wettbewerbsintensiven und unsicheren Arbeitsmarkt zu verbessern.