LMU München: Mehrsprachigkeit als Ressource in der Kinderbildung
Die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) veranstaltet eine Vortragsreihe zur Mehrsprachigkeit und sozialen Gerechtigkeit in der Bildung von Kindern. Die Universität betont, dass die sprachliche Vielfalt der Kinder an deutschen Schulen nicht ausreichend berücksichtigt wird.

Die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) veranstaltet derzeit die Vortragsreihe „Mehrsprachigkeit und (soziale) Gerechtigkeit: Digitale Zugänge für nachhaltige Bildungsprozesse“. Die Reihe beleuchtet, wie Bildungssysteme allen Kindern unabhängig von ihrem sprachlichen Hintergrund gleiche Chancen bieten können und wie digitale Medien eingesetzt werden können, um Bildungsbarrieren zu überwinden.
Laut wissenschaftlicher Erkenntnisse wird die Mehrsprachigkeit von Kindern an deutschen Schulen nicht ausreichend berücksichtigt. Während Prestigesprachen wie Englisch, Französisch oder Spanisch unterrichtet werden, bleibt für die vielen verschiedenen Herkunftssprachen von Kindern nur begrenzter Raum. Nicole Weidinger und Marco Triulzi vom Institut für Deutsch als Fremdsprache der LMU, die zum Organisationsteam der Reihe gehören, sehen darin eine Verschwendung wertvoller Ressourcen, die für Identitätsbildung und Teilhabe in einer global vernetzten Welt notwendig sind.
„Die Mehrsprachigkeit der Kinder wird an Schulen nicht ausreichend berücksichtigt“, erklärt Nicole Weidinger. Sie betont, dass das Sprechen anderer Sprachen oft als Defizit betrachtet wird, anstatt als Vorteil. Diese monolinguale Struktur sei ein Nachteil für alle, aber besonders für diejenigen, die noch kein Deutsch sprechen. Angesichts der Tatsache, dass bald die Hälfte aller zukünftigen Schulkinder eine andere Herkunftssprache als Deutsch hat, stelle das Versäumnis, diese sprachliche Vielfalt zu nutzen, einen Verlust für die Gesellschaft dar.
Die Vortragsreihe an der LMU zielt darauf ab, diese Herausforderungen anzugehen. Sie untersucht das Potenzial digitaler Werkzeuge zur Überwindung von Bildungsbarrieren und betont die Notwendigkeit, Mehrsprachigkeit als eine Ressource anzuerkennen, die Lernergebnisse und soziale Gerechtigkeit fördern kann. Die Reihe bietet eine Plattform für Wissenschaftler, Pädagogen und Interessengruppen, um diese Themen intensiv zu diskutieren und innovative Ansätze für die Bildungspolitik zu entwickeln.