LMU München: Professor Kölbel erforscht Motive und Schutz von Whistleblowern
Professor Ralf Kölbel von der LMU München untersucht die Motive von Whistleblowern. Seine Forschung beleuchtet, was Menschen zu Informanten macht und welche rechtlichen Schutzmechanismen bestehen.

Professor Ralf Kölbel, Experte für Kriminologie und Strafrecht an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), widmet sich der Erforschung des Phänomens Whistleblowing. Seine Arbeit zielt darauf ab, die Hintergründe von Personen zu verstehen, die Fehlverhalten in ihren Organisationen aufdecken.
Kölbels Forschung analysiert Whistleblowing in all seinen Facetten, von kleineren Vorfällen und arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen bis hin zu großen internationalen Fällen wie dem von Edward Snowden. Er untersucht die Faktoren, die eine Person dazu bewegen, interne Informationen öffentlich zu machen.
Die Studie umfasste Interviews mit rund 30 Whistleblowern aus unterschiedlichen Branchen und Berufen. Die Ergebnisse zeigen, dass es kein typisches Profil eines Whistleblowers gibt. Oftmals sind nicht nur staatsbürgerliche Pflicht oder moralischer Mut die treibenden Kräfte, sondern auch persönliche Konflikte oder das Gefühl, ungerecht behandelt worden zu sein.
Laut Kölbel beginnen Fälle häufig im Kleinen: Mitarbeiter sprechen zunächst mit ihren Vorgesetzten. Wenn keine Reaktion erfolgt, eskaliert die Angelegenheit zur Unternehmensleitung. Bei Verzögerung, Abwimmelung oder gar Drohungen seitens des Managements kann sich die Situation verschärfen und zu einer externen Offenlegung führen.
Die Forschung betont die Vielfalt der Whistleblower und ihrer jeweiligen Situationen und berührt gleichzeitig die Bedeutung ihres rechtlichen Schutzes und ihrer gesellschaftlichen Rolle.