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LMU-Forscher: Schwächen liberaler Ordnungen liegen im eigenen Erfolg

Forscher der LMU München legen dar, dass die Faktoren, die liberale Demokratien und Institutionen stärken, auch zu ihrer Destabilisierung beitragen können.

26. Juni 2026
LMU-Forscher: Schwächen liberaler Ordnungen liegen im eigenen Erfolg

Forscher der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) – Christoph Knill, Berthold Rittberger und Bernhard Zangl – präsentieren eine neue Perspektive auf die Herausforderungen liberaler Systeme. Sie argumentieren, dass die Erfolgsfaktoren, welche diese Ordnungen stärken, gleichzeitig zu deren Destabilisierung führen können.

Traditionell wurden die Schwierigkeiten liberaler Ordnungen externen Kräften zugeschrieben, wie der Politik des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, dem Aufstieg Chinas oder dem Erstarken rechtspopulistischer Bewegungen. Die LMU-Forscher vertreten jedoch die Ansicht, dass diese Phänomene nicht rein äußerlich sind, sondern teilweise auch durch interne Mechanismen der liberalen Ordnungen selbst bedingt werden.

„Liberale Ordnungen stolpern über die Faktoren, die ihren Erfolg untermauern“, stellen die Forscher fest. Ein Beispiel ist die Stärke der liberalen internationalen Ordnung, die auf den Bemühungen der Vereinigten Staaten beruht, andere Länder einzubeziehen, was die Legitimität der Ordnung erhöhte. Dies hat jedoch gleichzeitig die Kontrolle der USA geschwächt und dazu geführt, dass sich das Land von der von ihm geschaffenen Ordnung distanziert haben, wodurch deren Stabilität bedroht wird.

Ähnlich führte die Rettung des Euroraums dazu, dass die EU eine stark neoliberal geprägte Politik ohne ausreichende Diskussion lokaler Bedürfnisse umsetzte. Dieser Ansatz führte zu Vorwürfen über übermäßige liberale Politik und weckte Zweifel an der Tragfähigkeit der Währungsunion.

Die Forscher betonen, dass die Destabilisierung liberaler Systeme nicht zwangsläufig deren vollständigen Zusammenbruch bedeutet. Es könnte sich vielmehr um eine schleichende Schwächung handeln, der in der Zukunft möglicherweise eine ausgewogenere Korrekturbewegung folgt.

Originalquelle: lmu.de