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Wissenschaft

LMU digitalisiert babylonische Keilschrifttafeln mit KI

Forscher der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) nutzen künstliche Intelligenz und eine umfangreiche Datenbank, um Fragmente antiker mesopotamischer Keilschrifttafeln zusammenzufügen und zu digitalisieren. Das Projekt veröffentlicht im Februar 2023 über 300.000 Zeilen bisher unveröffentlichter Texte.

25. Juni 2026
LMU digitalisiert babylonische Keilschrifttafeln mit KI

Die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) hat ein Projekt zur Digitalisierung und Rekonstruktion altbabylonischer Literatur mittels künstlicher Intelligenz gestartet. Das „Electronic Babylonian Literature“-Projekt zielt darauf ab, alle bekannten Fragmente von Keilschrifttafeln zu sammeln und sie mithilfe eines neuen Algorithmus verständlich zu machen.

Der neu entwickelte, KI-gestützte Algorithmus kann jahrtausendealte Textfragmente zusammensetzen, die zuvor nicht lokalisierbar oder zusammenhängend waren. Professor Enrique Jiménez, Leiter des Fachgebiets für altorientalische Literaturen an der LMU, hat die Entwicklung dieses Systems vorangetrieben, das bereits Hunderte neuer Manuskripte und Textverbindungen erfolgreich identifiziert hat.

Die Hauptveröffentlichung des Projekts findet im Februar 2023 statt, wenn die KI-Datenbank und die digitale Edition der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Diese Veröffentlichung umfasst über 300.000 Zeilen Keilschrifttext, von denen ein erheblicher Teil noch nie zuvor publiziert wurde. Dies stellt die größte Textveröffentlichung in der Geschichte der Keilschriftforschung dar. Gleichzeitig werden auch vollständige elektronische Ausgaben bedeutender Texte wie der babylonischen Schöpfungsgeschichte und des Gilgamesch-Epos veröffentlicht.

Die Ergebnisse und die Datenbank des Projekts werden öffentlich zugänglich sein und Forschern sowie Geschichtsinteressierten Zugang zu einer umfangreichen Sammlung antiker Literatur ermöglichen. Laut LMU eröffnet dieser Fortschritt neue Möglichkeiten für die Erforschung und das Verständnis altmesopotamischer literarischer Werke.

Originalquelle: lmu.de