Prozess um Anschlag auf Weihnachtsmarkt in Magdeburg: Angeklagter Taleb A. ohne Reue
Im Prozess um den Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt hat der Angeklagte Taleb A. sein Plädoyer gehalten. Der Arzt aus Saudi-Arabien zeigte keine Reue für seine Tat und gab stattdessen anderen die Schuld.

Magdeburg, Deutschland – Der Prozess um den Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg ging heute mit dem Plädoyer des Angeklagten, Taleb A., in die nächste Runde. Der aus Saudi-Arabien stammende Arzt nutzte die Gelegenheit, seine Beweggründe für die Tat darzulegen, die die Stadt erschütterte. Während seiner Aussage zeigte der Angeklagte keine Reue für die ausgeführte Tat.
Stattdessen versuchte Taleb A., die Schuld auf externe Parteien zu verlagern, und setzte damit eine Linie fort, die sich durch den gesamten Prozess zog. Er verwies erneut auf eine Flüchtlingsorganisation in Köln, der er vorwarf zu lügen und seine Arbeit für saudische Flüchtlinge zu behindern. Darüber hinaus stellte der Angeklagte die psychiatrische Begutachtung seiner Person in Frage.
In früheren Verhandlungstagen hatte der Angeklagte über Haftbedingungen geklagt und behauptet, vergiftet worden zu sein. Auch sein Verteidiger kritisierte den Prozess als unfair und bemängelte insbesondere die Unterbringung des Angeklagten in einem gelben Glaskasten, den er als Farbe des Hasses bezeichnete.
Die Staatsanwaltschaft fordert eine lebenslange Haftstrafe für den Angeklagten wegen des besonderen Schweregrads der Schuld. Dies würde bedeuten, dass eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren nicht möglich wäre, sondern erst nach 20 bis 25 Jahren Haft. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Taleb A. bei seinem Anschlag auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt im Jahr 2022, bei dem Menschen getötet und verletzt wurden, vier einzelne Straftaten begangen hat.