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Gesundheit

Große Unterschiede bei Arzneimittelverfügbarkeit in Europa

Die Verfügbarkeit neuer Medikamente variiert in Europa stark. Patienten auf Malta warten im Schnitt 1.351 Tage, in Deutschland sind es nur 128 Tage.

3. Oktober 2026
Große Unterschiede bei Arzneimittelverfügbarkeit in Europa

Die Verfügbarkeit neu zugelassener Medikamente unterscheidet sich in europäischen Ländern erheblich. Laut einer Untersuchung des Pharmaverbands EFPIA warten Patienten auf Malta im Durchschnitt 1.351 Tage, fast vier Jahre, bis ein neues Medikament verfügbar wird. In Deutschland beträgt die Wartezeit lediglich 128 Tage.

Zwischen 2018 und 2021 erhielten 168 Medikamente eine Zulassung in Europa. Diese umfassen wichtige Neuerungen für die Behandlung von Krankheiten wie HIV, seltenen Leiden und Krebs. Während Deutschland mit 88 Prozent die höchste Verfügbarkeit aufweist (Stand Januar 2023), sind auf Malta nur 6 Prozent dieser Medikamente zugänglich.

Die EU-Kommission plant, diese Unterschiede mit einem „Pharma-Paket“ zu beheben. Branchenverbände wie EFPIA und der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) äußern jedoch Bedenken. Sie befürchten, dass vorgeschlagene Änderungen, wie die Verkürzung des Unterlagenschutzes, Innovationen behindern und die Wettbewerbsfähigkeit Europas international schwächen könnten, ohne die Versorgungsgleichheit innerhalb der EU zu garantieren.

EFPIA-Generaldirektorin Nathalie Moll betonte, dass Patienten, insbesondere Krebspatienten, nicht auf langwierige regulatorische Prozesse warten können. Han Steutel, Präsident des vfa, bezeichnete die Vorschläge der EU als „nicht tragbar“ und als „auf dem Holzweg“. Er warnte davor, dass eine Reduzierung des Schutzes geistigen Eigentums die Forschung und Entwicklung in Europa hemmen könnte.

Die Verzögerungen bei der Arzneimittelverfügbarkeit haben vielfältige Ursachen, die nicht immer in der Verantwortung der Pharmaunternehmen liegen. EFPIA verweist auf Daten aus dem European Access Portal, die Hindernisse für den Zugang zu Medikamenten in verschiedenen Ländern dokumentieren.

Originalquelle: pharma-fakten.de