MakeMyTrip: KI-Agenten ersetzen keine Reiseplattformen
Die Führung von MakeMyTrip betont, dass allgemeine KI-Modelle nicht über die notwendige operative Verantwortung und den Zugang zu lokalen Daten verfügen, um Reiseplattformen abzulösen.
Während der Bekanntgabe der Ergebnisse für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 erklärte Rajesh Magow, CEO von MakeMyTrip, dass KI zwar die Branche bereichert, allgemeine Sprachmodelle wie ChatGPT jedoch keine Reiseplattformen ersetzen können. Der Grund liegt laut Magow in der fehlenden Verantwortung bei der Leistungserbringung: Wenn eine Reise nicht wie geplant verläuft, benötigen Kunden einen direkten Ansprechpartner für Erstattungen und Umbuchungen.
Das firmeneigene KI-Tool Myra wickelt täglich etwa 3.000 Buchungen und 90.000 Konversationen ab. Nutzer setzen das Tool derzeit vor allem als Beratungsinstanz ein, statt den gesamten Buchungsprozess darüber abzuschließen. Die interne Effizienz durch den Einsatz von KI, etwa bei der Erstellung von Hotelbeschreibungen und im Kundensupport, trägt jedoch wesentlich zur operativen Entlastung bei.
Aufgrund sinkender Nachfrage im Flugsegment – bei gleichzeitig gestiegenen Preisen – richtet MakeMyTrip den Fokus stärker auf Hotels, Busreisen und Mietwagen. Diese Bereiche machen inzwischen über 63 Prozent der Buchungen aus. Trotz der technologischen Fortschritte bei der KI plant das Unternehmen keine ausschließliche Umstellung auf automatisierte Prozesse, da der persönliche Service ein wesentlicher Bestandteil des Geschäftsmodells bleibt.