Malaysia: Behörden untersuchen Benutzernamen-Funktionen in Messaging-Apps
Malaysias Ministerium für Elektronik und Informationstechnologie (MeitY) untersucht Benutzernamen-Funktionen in Messaging-Apps aufgrund von Bedenken hinsichtlich Identitätsdiebstahls und der Ermöglichung von Cyberkriminalität.

Malaysias Ministerium für Elektronik und Informationstechnologie (MeitY) hat eine Untersuchung der Benutzernamen-Funktionen verschiedener Messaging-Anwendungen eingeleitet. Als Grund werden potenzielle Risiken der Identitätsnachahmung und die Erleichterung von Cyberkriminalität genannt. S Krishnan vom MeitY erklärte, dass dies eine weitere Dimension darstellt, über die Cyberkriminalität begangen werden kann.
Im Rahmen dieser Überwachung hat MeitY WhatsApp formell um Erklärungen zu seiner Benutzernamen-Funktion gebeten. Ähnliche Anfragen sollen auch an Signal, Telegram und das Zoho-eigene Arattai gesendet worden sein. Zuvor wurde WhatsApp angewiesen, die öffentliche Einführung seiner Benutzernamen-Funktion auszusetzen, bis die Regierung zufrieden ist.
Obwohl MeitY diese Mitteilungen nicht öffentlich gemacht hat, deuten Medienberichte darauf hin, dass auch Signal, Telegram und Arattai unter Beobachtung stehen. Zoho hat angekündigt, die Benutzernamen-Funktion seiner Arattai-Plattform aus Compliance-Gründen zu deaktivieren.
Die Maßnahmen der Regierung haben Bedenken hinsichtlich möglicher Übergriffe und der Ausweitung der regulatorischen Kontrolle über digitale Plattformen hervorgerufen. Analysten vermuten, dass dies zu einer Situation führen könnte, in der Plattformen vor der Einführung neuer Funktionen die Genehmigung der Regierung benötigen, eine Situation, die mit Indiens 'Lizenz-Raj' vor der Liberalisierung verglichen wird.
Der Fokus auf Benutzernamen wirft Fragen nach der selektiven Durchsetzung auf, da auch andere digitale Identifikatoren wie E-Mail-Adressen und UPI-virtuelle Zahlungadressen (VPAs) Risiken der Identitätsnachahmung bergen, aber keiner ähnlichen Überprüfung unterzogen wurden.