Fertigungsindustrie kämpft mit Wissensverlust durch Mitarbeiterabgänge
Die Fertigungsindustrie steht vor einer wachsenden Wissenslücke, da ein erheblicher Teil der Belegschaft in den Ruhestand geht oder das Unternehmen verlässt. Forschungen zeigen, dass nur wenige Unternehmen die Expertise scheidender Mitarbeiter effektiv erfassen.

Die Fertigungsindustrie sieht sich mit einer erheblichen Wissenskrise konfrontiert, da ein großer Teil der Belegschaft in den Ruhestand geht oder das Unternehmen verlässt. Laut einer neuen Studie von APQC in Zusammenarbeit mit eGain Corporation schätzen Unternehmen, dass durchschnittlich 51 % ihrer Belegschaft innerhalb der nächsten fünf Jahre das Unternehmen verlassen wird, was zu einem erheblichen Verlust an institutionellem Wissen führt.
Obwohl die Problematik weithin anerkannt ist – 85 % der Führungskräfte und 81 % der Geschäftsbereichsleiter identifizieren Wissensverlust als Besorgnis –, sind die Maßnahmen begrenzt. Nur 30 % der Organisationen erfassen konsequent Wissen von ausscheidenden Mitarbeitern, während bemerkenswerte 41 % dies selten oder nie versuchen.
Die Folgen dieser Untätigkeit sind erheblich. Kritische Informationen zur Wartung von Geräten, zu Produktionsprozessen und zu Qualitätsstandards, die oft von erfahrenen Mitarbeitern gehalten oder über verschiedene Systeme verstreut sind, können verloren gehen. Dies kann zu Produktionsverlangsamungen, inkonsistenter Qualität, erhöhten Compliance-Risiken und längeren Einarbeitungszeiten für neue Mitarbeiter führen, was die allgemeine Agilität der Belegschaft und die Kundenzufriedenheit beeinträchtigt.
Als Gründe für das Scheitern der Wissenserfassung werden Zeitmangel (52 %), unzureichende Ressourcen (45 %), mangelnde Priorisierung (38 %) und eine nicht unterstützende Kultur (35 %) genannt. Die Studie hebt auch ein erhebliches Interesse an künstlicher Intelligenz (KI) zur Wissenserfassung hervor, wobei 79 % der Organisationen Interesse an der Nutzung dieser Technologie bekunden, was eine Chance für diejenigen darstellt, die sie einführen.