Klimaberichterstattung auf ARD und ZDF um mehr als die Hälfte reduziert
Die Berichterstattung über die Klimakrise bei ARD und ZDF ist trotz Hitzerekorden im ersten Halbjahr 2026 gegenüber 2023 um über die Hälfte zurückgegangen. Laut einer Analyse machte das Thema weniger als ein Prozent der Sendezeit aus.

Die Klimaberichterstattung in den Hauptnachrichten von ARD und ZDF ist im ersten Halbjahr 2026 deutlich zurückgegangen. Laut einer Analyse der Initiative "Klima vor acht" sank der Anteil der Sendezeit, die sich der Klimakrise widmete, auf 0,95 Prozent bei der ARD und 0,82 Prozent beim ZDF. Dies stellt mehr als eine Halbierung im Vergleich zum Vorjahr dar und ist der niedrigste Wert seit Beginn der regelmäßigen Erhebungen Mitte 2021.
Dieser Rückgang erfolgt trotz historischer Hitzerekorde und extremer Wetterereignisse, die Europa im Juni 2026 heimsuchten. Die Analyse kritisiert, dass die Tagesschau den Zusammenhang zwischen der Hitze und der Klimakrise erst am 24. Juni benannte, obwohl bereits sechs Tage zuvor Hitzewarnungen herausgegeben wurden. Das ZDF habe das Thema zwar früher aufgegriffen, jedoch nicht konsequent weiterverfolgt.
Norman Schumann, Sprecher von "Klima vor acht", fordert die Programmverantwortlichen auf, die Verbindung zum Klimawandel nicht länger zu verschweigen. Die Initiative warnt, dass das Schweigen der reichweitenstärksten Formate Raum für Verharmlosung und Desinformation schaffe. Dies sei besonders bedenklich, da ältere Menschen, die Kernpublikum von ARD und ZDF sind, überproportional stark von Hitzewellen betroffen sind.
Die Hitzewelle im Juni 2026 führte in Deutschland zu erheblichen Schäden an Infrastruktur, Wald- und Flächenbränden. Rettungsdienste und Notaufnahmen in mehreren Städten waren überlastet. Das Statistische Bundesamt registrierte in der heißesten Woche des Juni rund 6.800 Sterbefälle mehr als in den zwei Wochen zuvor.