📣 Senden Sie uns Ihre Pressemitteilung
Seite aktualisiert sich alle 15 Minuten
Gesundheit

Wissenschaftliche Untersuchung von Psychedelika in der Depressionsbehandlung

Etwa 20 Prozent der Depressionspatienten gelten als therapieresistent. Aktuelle Forschung prüft den Einsatz von Ketamin und anderen Substanzen.

1. November 2026
Wissenschaftliche Untersuchung von Psychedelika in der Depressionsbehandlung

Die Standardtherapie bei Depressionen besteht meist aus der Kombination von Antidepressiva und Psychotherapie. Da diese bei etwa 20 Prozent der Betroffenen nicht ausreicht, rücken alternative Ansätze in den Fokus der medizinischen Forschung. Insbesondere der Einsatz von Ketamin sowie die Untersuchung von Psychedelika wie Psilocybin werden derzeit intensiv geprüft.

Ketamin wird bereits heute bei akuten Depressionen eingesetzt, da es Symptome vergleichsweise schnell lindern kann. Während es bei speziellen Indikationen als Kassenleistung anerkannt ist, erfolgen Ketamin-Infusionen häufig als Off-Label-Therapie auf eigene Kosten. Die klinische Wirkung der Substanz basiert auf einer kurzzeitigen Beeinflussung der neurologischen Prozesse, was die Entstehung neuer Nervenverbindungen anregen kann.

Bei Substanzen wie Psilocybin oder LSD laufen derzeit groß angelegte Studien, wie etwa die europäische „Episode“-Studie. Bisherige Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein Teil der Patienten auf diese Wirkstoffe anspricht. Experten gehen jedoch davon aus, dass es noch Jahre dauern wird, bis eine abschließende Bewertung der Wirksamkeit vorliegt und eine Zulassung für die klinische Routine erfolgen könnte.

Die Forschung steht vor der Aufgabe, die genauen Wirkungsmechanismen im Gehirn, insbesondere die Modulation der Serotonin-Rezeptoren und die veränderte Informationsfilterung durch den Thalamus, vollständig aufzuklären. Bis dahin bleibt der therapeutische Einsatz unter strenger wissenschaftlicher und medizinischer Aufsicht.

Originalquelle: ndr.de