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Mentoring: Gegenseitigkeit und Wachstum durch Unterschiede

Fast Company hat einen Artikel veröffentlicht, der traditionelle Ansichten über Mentoring in Frage stellt und dessen gegenseitigen Charakter sowie die Bedeutung der Akzeptanz von Unterschieden für das Wachstum hervorhebt. Der Beitrag legt nahe, dass Mentoring verdient und nicht direkt angefordert wird.

15. Juli 2026
Mentoring: Gegenseitigkeit und Wachstum durch Unterschiede

Ein kürzlich in Fast Company veröffentlichter Artikel definiert das Konzept des Mentorings neu und argumentiert, dass es sich um eine Beziehung handelt, die durch kontinuierliches Engagement und wertvolle Beiträge verdient wird, anstatt um eine Transaktion, die durch eine direkte Anfrage initiiert wird. Diese Perspektive stellt die gängige Vorstellung des direkten Bittens um einen Mentor in Frage.

Laut Lisa Fain, CEO des Center for Mentoring Excellence und Co-Autorin von „Bridging Differences for Better Mentoring“, ist ein Hauptirrtum, dass Mentoring ausschließlich auf den Wissenstransfer von einer erfahrenen Person an einen Lehrling abzielt. Fain betont, dass echtes Mentoring eine gegenseitige Beziehung ist, die durch eine „interpretative Linse“ in beiden Richtungen Lernerfahrungen generiert, bei der Mentoren ihre Erfahrungen teilen und untersuchen, wie sie für den Mentee unterschiedlich zutreffen könnten.

Der Artikel hebt auch den Fehler hervor, bei der Auswahl von Mentoren-Mentee-Paaren auf Ähnlichkeiten zu setzen. Führungskräfte neigen oft dazu, sich von Personen angezogen zu fühlen, die sie an sich selbst erinnern, oder sie vermeiden es, Unterschiede zu diskutieren. Fain behauptet, dass diese Homogenität das Wachstum hemmt und dass Veränderung und Transformation durch „Dissonanz“ und „Reibung“ entstehen, nicht durch Komfort und Gleichheit. Eine Mentoring-Beziehung, die auf Unterschieden basiert und den Mut hat zu fragen „Was verpasse ich?“, kann beide Personen transformieren.

Darüber hinaus erkennen Organisationen oft nicht, dass ein Mentoring-Programm nur ein Ausgangspunkt ist; das ultimative Ziel ist die Kultivierung einer Mentoring-Kultur. Der „Pair and Pray“-Ansatz, bei dem Programme mit der Hoffnung auf Erfolg gestartet werden, wird als unzureichend angesehen. Ein Programm schafft die Voraussetzungen, aber die Kultur erhält die Praxis der Entwicklung von sich selbst und anderen aufrecht.

Für Einzelpersonen, die Mentoring suchen, rät der Artikel davon ab, mit einer direkten Anfrage zu beginnen. Stattdessen wird empfohlen, eine Person zu identifizieren, deren Fachwissen bewundert wird, spezifische Gründe für die Bewunderung darzulegen und ein einzelnes Gespräch zu erbitten. Der Erfolg wird daran gemessen, wie man auf das Gelernte und Angewandte reagiert und sich so die Beziehung verdient, bevor man sie formell benennt. Dieser Prozess wird als Beginn des transformativen Lernens beschrieben.

Originalquelle: fastcompany.com