Merz bleibt CDU-Chef nach Wahlniederlagen
Bundeskanzler Friedrich Merz will trotz deutlicher Verluste bei den Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern an der Spitze der CDU bleiben. Innerhalb der Partei wächst die Kritik, und es gibt Rücktrittsforderungen.

Bundeskanzler Friedrich Merz hat angekündigt, trotz erheblicher Wahlniederlagen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern an der Führung der Christlich Demokratischen Union (CDU) festzuhalten. Die CDU verpasste bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern erstmals in ihrer 81-jährigen Geschichte den Einzug ins Parlament, nachdem sie bereits in Berlin deutliche Verluste hinnehmen musste.
Merz trat am Montag vor die Presse und übernahm die Verantwortung für die Ergebnisse. Er kündigte an, am eingeschlagenen Kurs festhalten zu wollen und betonte, über die nötige "Rückgrat, Standhaftigkeit und Geduld" zu verfügen, um als Parteivorsitzender und Bundeskanzler weiterzumachen. Eine Aussage zur personellen Konsequenz für seine eigene Position vermied er.
Die Wahlniederlagen haben zu verstärkter Kritik innerhalb der Partei geführt. So forderte Christian Gräff, Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) in Berlin, laut Medienberichten öffentlich den Rücktritt Merz. Berichte über ein geheimes Treffen einiger CDU-Ministerpräsidenten ohne Kanzlerbeteiligung deuten auf weitergehende Debatten über die Zukunft der Partei hin.
Besonders die Unterschreitung der Fünf-Prozent-Hürde in Mecklenburg-Vorpommern stellt einen historischen Tiefpunkt für die CDU dar. In Berlin verlor die Partei 9,5 Prozentpunkte im Vergleich zur Vorwahl.