Meta plant Cloud-Geschäft – Analysten gespalten
Meta Platforms erwägt die Einführung eines Cloud-Dienstes, der Zugang zu KI-Modellen oder Rechenleistung anbieten könnte. Analysten sind sich uneinig über die Rentabilität und Wettbewerbsfähigkeit des Vorhabens.

Meta Platforms, das Mutterunternehmen von Facebook und Instagram, plant offenbar die Gründung eines eigenen Cloud-Computing-Geschäfts. CEO Mark Zuckerberg bestätigte die Absicht des Unternehmens, das Zugang zu KI-Modellen oder reine Rechenleistung für externe Kunden anbieten könnte.
Die Ankündigung ließ die Aktie von Meta zunächst um fast 9 % steigen, stieß bei Marktanalysten jedoch auf geteilte Reaktionen. Bedenken bestehen hinsichtlich der beträchtlichen Investitionen von Meta in seine KI-Infrastruktur und der erhöhten Kapitalausgaben, die für das Fiskaljahr 2026 auf 125 bis 145 Milliarden US-Dollar geschätzt werden, was eine höhere Spanne als zuvor darstellt.
Einige Analysten, darunter Laura Martin von Needham, vermuten, dass der Vorstoß in Cloud-Dienste darauf hindeuten könnte, dass Meta seine KI-Infrastruktur überdimensioniert hat. Sie verweisen auf den gesättigten Markt, der von etablierten Anbietern wie Amazon Web Services, Google Cloud und Microsoft Azure dominiert wird, was erhebliche Wettbewerbsrisiken birgt. Zudem wird der Übergang von Metas hochmargigem Werbegeschäft in den margenschwächeren Cloud-Sektor kritisch gesehen.
Andere Analysten, wie die von JPMorgan, sehen hingegen erhebliches Umsatzpotenzial. Sie schätzen, dass jede von Meta angebotene Gigawatt Rechenkapazität 20 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz generieren könnte. In diesem optimistischen Szenario würde der Cloud-Dienst als Absicherung gegen übermäßige Ausgaben für KI-Infrastruktur dienen und die Rationalisierung von Kosten ermöglichen, während gleichzeitig neue Nachfragekanäle erschlossen würden.
Der Technologiekonzern zählt in diesem Jahr bisher zu den schlechtesten Wertpapieren seiner Branche mit einem Rückgang von über 8 %. Meta wird auch zu einem niedrigeren Bewertungsmultiplikator gehandelt als andere große Technologieunternehmen. Analysten von Canaccord Genuity sind der Meinung, dass die aktuelle pessimistische Einschätzung möglicherweise übertrieben ist, insbesondere angesichts des sich verbessernden Werbegeschäfts und neuer Abonnementangebote des Unternehmens.