Meta-Prozess zu Kindersicherheit begonnen – mögliche Schadenersatzforderungen von 1,4 Billionen Dollar
Meta steht in einem Bundesgerichtsverfahren in Kalifornien vor Gericht, weil die Plattformen Facebook und Instagram angeblich süchtig machend für Kinder gestaltet wurden. Klagen fordern bis zu 1,4 Billionen Dollar Schadenersatz.

In Oakland, Kalifornien, hat ein Bundesprozess gegen Meta begonnen, das Unternehmen wird beschuldigt, Facebook und Instagram absichtlich auf eine Weise gestaltet zu haben, die Kinder süchtig macht. Die Klage, angeführt von Generalstaatsanwälten aus vier Bundesstaaten, gilt als eine der größten Verbraucherschutzklagen in der Geschichte der USA.
Die zentrale Anschuldigung lautet, dass Meta wissentlich Produkte entwickelte, die junge Nutzer schädigten, und dieses Wissen zum eigenen finanziellen Vorteil verschwieg. Die Anklagevertreter werden argumentieren, dass das Unternehmen das Wachstum über die Sicherheit seiner jüngeren Nutzer stellte. Metas Verteidigung konzentriert sich auf bestehende Schutzmechanismen und die Behauptung der Transparenz in Sicherheitsfragen.
Die finanziellen Risiken des Prozesses sind enorm. Während die Bundesstaaten rund 200 Milliarden Dollar Schadenersatz fordern, hat Meta in Gerichtsunterlagen erklärt, dass die tatsächlichen Forderungen 1,4 Billionen Dollar erreichen könnten, was fast dem Gesamtwert des Unternehmens entspricht. Rechtsexperten äußern jedoch Zweifel an der Umsetzbarkeit solch hoher Strafen, da diese das Unternehmen in den Bankrott treiben könnten.
Über finanzielle Forderungen hinaus verlangen die Kläger erhebliche Änderungen an den Plattformfunktionen von Meta. Die Klage zielt auf Elemente wie verschwindende Stories, automatische Videowiedergabe, sichtbare Like-Zahlen und unendliche Feeds ab, die angeblich psychologische Schwachstellen ausnutzen und die Angst, etwas zu verpassen (FOMO), schüren, um die Nutzerbindung zu erhöhen.
Der Prozess wird voraussichtlich sechs bis acht Wochen dauern und könnte Zeugenaussagen von Metas CEO Mark Zuckerberg beinhalten. Das Unternehmen betont, dass die Anschuldigungen seine Bemühungen falsch darstellen, und verweist auf Funktionen zum Schutz Minderjähriger. Frühere Urteile gegen Meta in ähnlichen Kindersicherheitsfällen deuten auf die erheblichen rechtlichen Herausforderungen hin, denen sich das Unternehmen weiterhin gegenübersieht.