Meta einigt sich mit US-Staaten auf 18-Mrd.-Dollar-Vergleich zu Kinderschutz
Meta hat einem Vergleich über rund 18 Milliarden Dollar mit 52 US-Staaten und Territorien zugestimmt. Die Vereinbarung führt Nutzungsbeschränkungen für Plattformen ein, deren Wirksamkeit Experten jedoch bezweifeln.

Der Social-Media-Gigant Meta hat einem Vergleich mit den Generalstaatsanwälten von 52 US-Staaten, Territorien und dem District of Columbia in Höhe von rund 18 Milliarden Dollar zugestimmt. Die Einigung wird sowohl als Schritt in Richtung Rechenschaftspflicht der Plattformen als auch als unzureichend und zu spät bezeichnet.
Medianama hat Experten, darunter Anwälte, Forscher für Kinderrechte und Gruppen der Jugendpolitik, um Einschätzungen zu den Auswirkungen des Vergleichs gebeten. Obwohl die Vereinbarung echte Einschränkungen und finanzielle Verpflichtungen für Meta mit sich bringt, warnen viele Experten, dass sie auf veralteten Werkzeugen beruht. Elterliche Zustimmung, Altersverifizierung und Zeitlimits haben sich in der Vergangenheit nicht durchweg als wirksam erwiesen.
Meta verpflichtet sich, unabhängig von zukünftigen Ereignissen 12,7 Milliarden Dollar zu zahlen. Weitere bis zu 5,3 Milliarden Dollar können fällig werden, wenn auch YouTube und TikTok ähnliche Schutzmaßnahmen einführen. Dazu gehören unter anderem eine tägliche Nutzungsdauer von einer Stunde, ein Nachtmodus und eine Altersverifizierung. Metas eigene Verpflichtungen beinhalten eine tägliche Zeitgrenze von zwei Stunden für Facebook und Instagram, nächtliche Zugriffsbeschränkungen und stummgeschaltete Benachrichtigungen während der Schulzeit. Unabhängige Prüfungen werden die Einhaltung fünf Jahre lang überwachen.
Die breitere Bedeutung des Vergleichs wird dadurch verstärkt, dass er eine Vorlage für andere Plattformen schaffen und zukünftige Gesetzgebung beeinflussen könnte. Dies ist besonders relevant in Ländern wie Indien, wo ähnliche verbindliche Verpflichtungen noch nicht bestehen. Die Bedingungen des Vergleichs, wie Altersverifizierung und elterliche Zustimmung, werfen jedoch Fragen zum Datenschutz und zu technischen Umsetzungsherausforderungen auf. Experten betonen, dass echte Sicherheit mehr als nur Zeitlimits erfordert und der Fokus von der Regulierung der Nutzungszeit auf die Sicherung der Interaktionsbedingungen verlagert werden sollte.