Mexikos größte Universität wiederholt KI-überwachte Aufnahmeprüfungen wegen Betrugsverdachts
Mexikos größte Universität, UNAM, muss bis zu 58.000 Bewerbern die Aufnahmeprüfungen wiederholen lassen, nachdem massive Betrugsfälle bei KI-überwachten Online-Tests vermutet werden.

Die Nationale Autonome Universität von Mexiko (UNAM), die größte Universität des Landes, hat angekündigt, dass eine beträchtliche Anzahl von Bewerbern ihre Aufnahmeprüfungen wiederholen muss. Diese Entscheidung folgt auf den Verdacht massenhaften Betrugs während der allerersten Online-Durchführung des hochkompetitiven Tests, bei dem künstliche Intelligenz zur Überwachung eingesetzt wurde.
Die Prüfung, die zuvor persönlich abgehalten wurde, wurde in diesem Jahr online verlegt und nutzte spezielle Software zur Betrugsprävention. Dazu gehörten ein "Lockdown-Browser" und ein KI-Überwachungssystem, das die Kandidaten per Webcam überwachen sollte. Die Analyse der Ergebnisse zeigte jedoch einen verdächtigen Anstieg hoher Punktzahlen im Vergleich zu früheren Jahren.
Die Daten zeigten, dass der Prozentsatz der Bewerber, die 110 oder mehr Punkte erzielten, von 0,9 % in den Vorjahren auf 5,5 % in diesem Jahr anstieg. Dieser dramatische Anstieg veranlasste Experten, darunter den Mathematiker Raúl Rojas, zu schätzen, dass bis zu 75.000 der rund 160.000 Bewerber möglicherweise betrogen haben, unter anderem durch versteckte Notizen oder Zweitmonitore.
Als Reaktion darauf empfahl ein interner Ausschuss der UNAM eine "Kontrollprüfung" für alle zugelassenen Studenten und diejenigen, die aufgrund ihrer Ergebnisse in den letzten fünf Jahren zugelassen worden wären. Dies bedeutet, dass etwa 58.000 Personen die Prüfung erneut ablegen müssen, diesmal persönlich. Das KI-Überwachungsunternehmen Territorium hat bisher nicht auf Anfragen nach einem Kommentar reagiert.