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Technologie

Microsoft-Vorstand überprüft Richtlinien zu sexueller Belästigung

Der Vorstand von Microsoft lässt die internen Richtlinien zu sexueller Belästigung und Diskriminierung überprüfen. Dies geschieht auf Initiative von Aktionären.

10. Oktober 2026
Microsoft-Vorstand überprüft Richtlinien zu sexueller Belästigung

Der Vorstand von Microsoft hat eine umfassende Überprüfung der konzernweiten Richtlinien zu sexueller Belästigung und geschlechtsspezifischer Diskriminierung eingeleitet. Dieser Schritt folgt auf einen Antrag von Aktionären, der auf der Jahreshauptversammlung im November 2021 mit 78 Prozent Zustimmung angenommen wurde.

Der Anstoß für den Antrag kam durch Berichte über angebliche sexuelle Belästigungen und das Versäumnis, diese angemessen und transparent aufzuarbeiten. Eine zentrale Rolle spielten dabei insbesondere Berichte über Microsoft-Mitgründer Bill Gates und dessen angebliche unangemessene Beziehungen und sexuelle Annäherungsversuche gegenüber mindestens zwei Mitarbeiterinnen.

Die New York Times berichtete, dass Gates im Jahr 2007 nach einer Präsentation einer Mitarbeiterin eine E-Mail mit einer Bitte um ein Date gesendet habe. Führungskräfte hätten ihn dringend davor gewarnt, solche unangebrachten E-Mails und Annäherungsversuche zu tätigen. Darüber hinaus soll Gates eine sexuelle Affäre mit einer Mitarbeiterin gehabt haben, die Ende 2019 bekannt wurde. Ein Microsoft-Sprecher bestätigte die Beziehung, die 2000 begann und angeblich freundschaftlich endete. Gates schied kurz darauf aus dem Vorstand aus, wobei Microsoft angab, es habe keinen Zusammenhang mit der Untersuchung gegeben.

Microsoft-Chef Satya Nadella betonte die Priorität der Unternehmenskultur und eines sicheren Arbeitsumfelds. Die Anwaltskanzlei Arent Fox LLP wird eine unabhängige Untersuchung durchführen, deren erste Ergebnisse für Frühjahr 2022 erwartet werden. Microsoft plant zudem die Veröffentlichung eines Transparenzberichts, der Fälle von sexueller Belästigung und Diskriminierung sowie die ergriffenen Maßnahmen detailliert auflistet.

Originalquelle: heise.de