Millionen Zugvögel überfliegen Bayern
Über 50 Millionen Zugvögel verlassen derzeit ihre Brutgebiete in Bayern und überqueren den Freistaat auf dem Weg nach Süden. Der LBV organisiert am Wochenende Veranstaltungen zur Beobachtung des Vogelzugs.

Millionen von Zugvögeln durchqueren derzeit Bayern auf ihrem Weg aus den Brutgebieten. Anfang Oktober verlassen schätzungsweise über 50 Millionen Vögel ihre Nistplätze, um in Südeuropa oder Afrika zu überwintern. Weitere rund 300 Millionen Vögel aus dem Norden nutzen Bayern als Transit- und Rastgebiet.
Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV) lädt im Rahmen der europaweiten Aktion EuroBirdWatch vom 2. bis 4. Oktober dazu ein, den Vogelzug hautnah zu erleben. Vogelkundlerin Dr. Angelika Nelson betont, dass die Beobachtungen der Öffentlichkeit helfen, Veränderungen in Flugrouten und Zugzeiten zu erfassen, die durch Faktoren wie den Klimawandel oder den Verlust von Lebensräumen beeinflusst werden können.
Der LBV organisiert zahlreiche Veranstaltungen und Exkursionen in ganz Bayern, bei denen Teilnehmer gemeinsam durchziehende Vogelarten beobachten, bestimmen und zählen können. Diese Treffen bieten der Öffentlichkeit die Möglichkeit, sich mit der Natur auseinanderzusetzen und das Phänomen des Vogelzugs besser zu verstehen.
Vögel nutzen unterschiedliche Strategien für ihre Wanderungen. Einige Arten, wie der Kuckuck und der Weißstorch, verfügen über einen inneren Kompass und eine genetisch weitergegebene Routenkenntnis. Junge Gänse hingegen lernen ihre Zugwege und Rastplätze von ihren Eltern. Kurzstreckenzieher überwintern im Mittelmeerraum oder in Westeuropa, während Langstreckenzieher bis nach Subsahara-Afrika fliegen.