Plattformen für mobile Inhaltsverteilung verändern Verlegerstrategien
Die Zunahme mobiler Inhaltsverteilungsplattformen und sozialer Netzwerke zwingt digitale Verleger, sich von traditionellen Websites abzuwenden und diese neuen Kanäle für die Inhaltsbereitstellung zu nutzen.

Traditionelle Websites werden zunehmend von mobilen Apps und sozialen Netzwerken überschattet, da Verbraucher schnellere und bessere Erfahrungen bei der Inhaltskonsumation suchen. Dieser Wandel hat zu einem raschen Wachstum von Content-Distribution-Plattformen und -Ressourcen Dritter geführt, die Verlegern helfen, ihre Inhalte effizienter bereitzustellen.
Viele große Verlage, darunter National Geographic und The New York Times, haben bereits Plattformen wie Facebooks Instant Articles, Apples News App und Googles AMP übernommen. Der Hauptgrund dafür ist die riesige Nutzerbasis im mobilen und sozialen Bereich. "Verleger, Vermarkter und Werbetreibende waren fast vollständig von der schnellen Verbreitung von Smartphones überrascht. Die App-Ökonomie entwickelte sich ebenfalls schneller als erwartet, sodass diese Plattformen Werkzeuge und Zugang zur Zielgruppe bieten, die Verleger selbst nur schwer entwickeln konnten", erklärt Mike McGuire, Leiter für mobile Marketingforschung bei Gartner.
Technologiegiganten wie Google, Facebook und Apple konkurrieren um die Vorherrschaft im mobilen Werberaum und streben danach, die primären Inhaltsverteiler für mobile Geräte zu sein. Kashyap Kompella, Forschungsdirektor bei Real Story Group, betont, dass diese Plattformen Verlegern helfen, die mit der Einbindung mobiler Nutzer zu kämpfen haben. "Das Problem ist nicht nur die Benutzererfahrung, sondern vor allem die Inhaltsfindung. Verleger haben keine andere Wahl, als dort präsent zu sein, wo die Leser die meiste Zeit verbringen", sagt Kompella. Paul Berry, Gründer und CEO von RebelMouse, stellt fest, dass soziale Medien mittlerweile die Startseite vollständig dominieren.
Die mobile Verlagerung verschärft Probleme des offenen Webs, wie langsame Ladezeiten und schlechte Benutzererfahrung. "Die Leute wollen in ihren sozialen Netzwerken bleiben und Artikel lesen oder Videos ansehen, ohne sie jemals zu verlassen", so Paul Berry. Trotzdem sieht CEO Mitchell Reichgut von Jun Group Vorteile für alle Beteiligten. "Nutzer erhalten sofortigen Zugriff auf Inhalte in einem schneller ladenden Format, Verleger erhalten Zugang zu neuen und potenziell großen Zielgruppen und Plattformen bieten eine nahtlose Benutzererfahrung."
Kleinere Verleger können von diesen Plattformen durch Hosting-Lösungen am meisten profitieren, da sie eine Chance bieten, die Wettbewerbsbedingungen auszugleichen und unverhältnismäßige Reichweite zu erzielen. Obwohl Plattformen Chancen bieten, bergen sie auch Risiken, einschließlich der Abhängigkeit von Dritten und der Notwendigkeit, die Regeln der Plattform einzuhalten. Monetarisierungsraten können im Vergleich zu traditionellen Verlagsmodellen ebenfalls unsicher sein.