Virologe Martin Linster isoliert SARS-CoV-2 in Hochsicherheitslabor
Der Molekularvirologe Martin Linster war maßgeblich an der Isolierung der ersten SARS-CoV-2-Proben Singapurs und der Sequenzierung des genetischen Codes des Virus in einem BSL3-Labor beteiligt.

In den frühen Wochen der COVID-19-Pandemie spielte der Molekularvirologe Martin Linster eine Schlüsselrolle bei der Isolierung der ersten SARS-CoV-2-Proben Singapurs und der Sequenzierung des genetischen Codes des Virus. Die entscheidende Arbeit fand in einem Hochsicherheitslabor der Biosicherheitsstufe 3 (BSL3) statt, wo Linster und sein Team die Integrität der Patientenproben sicherstellten und das Verhalten des Virus untersuchten.
"Wir dürfen das wirklich nicht vermasseln", erinnerte sich Linster an die anfänglichen Bemühungen, die Proben über die Insel zu sammeln und zu transportieren. In Zusammenarbeit mit Kurieren sorgte sein Team sorgfältig für die Kühlkette der dreifach versiegelten Patientenproben, während diese von den Krankenhäusern in das Labor der Duke-NUS Medical School gebracht wurden. Der Zugang zum BSL3-Labor erforderte vollständige Schutzausrüstung, einschließlich Atemschutzmasken.
Linster brachte ein Jahrzehnt Erfahrung in Hochsicherheitslaboren in diese Bemühungen ein und kehrte nach einer Erkundungsphase in anderen Bereichen der Infektionskrankheiten zu dieser spezialisierten Arbeit zurück. Seine Expertise ermöglichte es ihm, sofort nach dem Auftreten des neuartigen Coronavirus beizutragen. Der Fokus des Teams lag auf der Kultivierung des Virus in Zellkulturen und der Analyse seines genetischen Aufbaus, entscheidende Schritte zur Entwicklung von Gegenmaßnahmen.
Als Virologe umfasste Linsters Aufgabe die Kartierung der genetischen Sequenzen des Virus und das Verständnis, wie es Zellen infiziert, mutiert und sich vermehrt. Die Forschung des Teams identifizierte einen deutlichen zytopathischen Effekt – Zelltod –, der durch das Virus verursacht wurde, was zur erfolgreichen Sequenzierung seines genetischen Codes in weniger als einer Woche führte. Diese Erkenntnisse bildeten eine entscheidende Grundlage für die Entwicklung von Diagnosetests, Behandlungen und Impfstoffen gegen SARS-CoV-2.