Multiplayer-KI ersetzt einzelne Chatbots am Arbeitsplatz
Unternehmen steigen von isolierten KI-Tools und Chatbots auf kollaborative "Multiplayer"-KI-Agenten um, die teamübergreifend geteilt und genutzt werden. Dieses neue Modell zielt auf gesteigerte Produktivität und Automatisierung ab.

Künstliche Intelligenz (KI) verändert Arbeitsplätze rasant, doch Unternehmen bewegen sich laut Gabriel Hubert, CEO des KI-Unternehmens Dust, von "Single-Player"-Chatbots hin zu einer kollaborativen "Multiplayer"-KI.
Traditionell nutzten Mitarbeiter isolierte KI-Tools für Einzelaufgaben. Beim Multiplayer-KI-Modell werden Agenten geteilt und abteilungsübergreifend gemeinsam genutzt. Diese Agenten lernen aus den Unternehmensdaten, was Prozessautomatisierung und das Teilen von Arbeitsabläufen ermöglicht.
"Eine Person lernt eine bessere Vorgehensweise, aber diese Verbesserung verbreitet sich nicht unbedingt", erklärt Hubert. Bei Multiplayer-KI können Agenten "an denselben Arbeitsabläufen teilnehmen wie andere Personen und andere Agenten." Sie können Aufgaben übergeben, von anderen Teams Gelerntes wiederverwenden und zu einem gemeinsamen System beitragen, anstatt jedes Mal bei Null anzufangen.
Ein Beispiel könnte ein "Blog-Writer"-Agent sein, der Inhalte erstellt und sie dann an einen "LinkedIn"-Agenten weitergibt, der basierend auf geteiltem Kontext Social-Media-Beiträge verfasst. Dieses Modell bietet auch Potenzial für effizientere Vertriebsprozesse, bei denen Agenten Informationen sammeln, Leads qualifizieren und CRM-Systeme aktualisieren können, während sie die Einheitlichkeit im Team gewährleisten.
Diese Systeme bringen jedoch auch Herausforderungen mit sich. IT-Governance- und Sicherheitsmodelle entsprechen möglicherweise nicht vollständig den neuen Anforderungen. Allein in der EU nutzen 55% der Großunternehmen KI, aber nur ein Viertel glaubt, dass ihre Governance-Modelle vollständig ausreichen. Dies kann zur unbefugten Nutzung von "Schatten-KI" innerhalb von Organisationen führen. Dust zielt darauf ab, dies zu lösen, indem die Datenzugriffsrechte von Agenten so modelliert werden, dass sie den Zugriff von dem Arbeitsbereich erben, auf dem sie aufgebaut sind, und so sichergestellt wird, dass Benutzer nur Daten sehen, für die sie berechtigt sind.