Polizei in Mumbai Nutzt Überwachung Gegen Jugendproteste
Die Polizei in Mumbai hat Hunderte von jungen Protestierenden, die eine landesweite Studentenbewegung unterstützen, in Gewahrsam genommen oder kontaktiert. Zu den Taktiken gehören Hausbesuche und Anfragen nach Standortdaten.

Die Polizei in Mumbai setzt Überwachungsmethoden ein, darunter Hausbesuche und die Anforderung von Standortdaten, um junge Menschen von der Teilnahme an Protesten in der Stadt abzuhalten. Mindestens 1.400 Personen wurden seit dem 16. Juli im Zusammenhang mit verschiedenen Demonstrationen kurzzeitig in Gewahrsam genommen.
Mehrere junge Aktivisten berichteten von einschüchternden Taktiken der Polizei, wie dem Zustellen von Vorladungen, Telefonanrufen und persönlichen Besuchen, oft bevor sie überhaupt die Protestorte erreichten. Die Studentin Preeti Kamble gab an, sie sei in Gewahrsam genommen und später mit einer Vorladung konfrontiert worden, gefolgt von Polizeibesuchen bei ihr zu Hause. Der Schriftsteller Rohan Shelar und die Studentin Nandini Gautam schilderten ebenfalls ähnliche Erfahrungen, einschließlich angeblicher körperlicher Berührungen und der Aufforderung, Live-GPS-Standorte preiszugeben.
Polizeibeamte begründen ihr Vorgehen mit unerlaubten Versammlungen und der Missachtung von Verboten. Ein leitender Beamter, der anonym bleiben möchte, erklärte, dass Demonstrationen ohne Genehmigung dazu führten, dass die Behörden die Personen aufforderten, zu Hause zu bleiben oder ihre Standortdaten preiszugeben. Einige Protestierende erhielten auch Mitteilungen über WhatsApp.
Diese Maßnahmen haben bei der Zivilgesellschaft und Menschenrechtsvertretern Bedenken hervorgerufen, die darin einen Versuch sehen, abweichende Meinungen zu unterdrücken. Ein Sprecher der Stadtpolizei reagierte nicht auf Anfragen zu Kommentaren. Die Situation hat eine Debatte über den Einsatz von Polizeibefugnissen und die Meinungsfreiheit in Indien ausgelöst.