Pilzbasierte Baustoffe könnten Bauwesen revolutionieren
Neue pilzbasierte Baustoffe bieten eine nachhaltige und vielseitige Alternative zu herkömmlichen Materialien. Sie sind leicht, widerstandsfähig und kompostierbar.
Die Forschung zur Nutzung von Pilzmyzel, dem unterirdischen Netzwerk von Pilzen, als Baumaterial nimmt zu. Diese neuartigen Werkstoffe, hergestellt aus landwirtschaftlichen Abfällen und Pilzen, sind leicht, widerstandsfähig, wasserabweisend und kompostierbar.
Das Myzel wächst auf einem organischen Substrat wie Stroh oder Sägemehl und bildet ein dichtes Netzwerk, das das Material bindet. Nach einer Wachstumsphase von zwei bis drei Wochen entsteht ein organischer Verbundwerkstoff, der in gewünschte Formen gebracht und durch Wärmebehandlung stabilisiert werden kann. Das Ergebnis kann von einem flexiblen, lederartigen Stoff bis hin zu soliden Bausteinen reichen.
Vorteile dieser pilzbasierten Materialien sind ihre gute Wärme- und Schalldämmung sowie Feuchtigkeitsregulierung. Sie sind zudem feuerbeständig und umweltfreundlich, da sie am Ende ihrer Lebensdauer kompostiert werden können. Die Materialeigenschaften wie Festigkeit und Flexibilität hängen von der spezifischen Kombination aus Pilzart, Substrat und Wachstumsbedingungen ab.
Obwohl nur ein Bruchteil der weltweiten Pilzarten erforscht ist, konzentrieren sich aktuelle Forschungsprojekte auf Weißfäulepilze, die sich für die Materialanwendung eignen, im Gegensatz zu gesundheitsschädlichen Schwarzschimmelpilzen. Internationale Forschung zielt darauf ab, diese Materialien zu serientauglichen Lösungen zu entwickeln, um die Nachhaltigkeit im Bauwesen zu verbessern.