Musik: Keine automatische Hilfe bei psychischen Krisen
Neue Studie findet keinen Zusammenhang zwischen Musikgenuss in der Freizeit und verbesserter psychischer Gesundheit. Musiktherapie bleibt davon unberührt.

Obwohl Musik seit langem als förderlich für die psychische Gesundheit gilt, stützt eine neue Studie die Annahme nicht, dass das Hören von Musik in der Freizeit automatisch das Wohlbefinden verbessert. Forscher des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik (MPIEA) in Frankfurt analysierten Daten von 20.000 schwedischen Zwillingen und verglichen diese mit genetischen Veranlagungen für psychische Erkrankungen. Die Ergebnisse zeigten keine allgemeine Korrelation zwischen Musikhören und einer besseren psychischen Gesundheit.
Laut der Studie hören Menschen mit psychischen Problemen Musik möglicherweise zur Stimmungsregulation, aber das Hören allein ist anscheinend nicht die Ursache für eine Verbesserung. Die Forscher vermuten, dass gemeinsame familiäre Faktoren die Beziehung zwischen Musikhören und psychischer Gesundheit erklären.
Die Wissenschaftler betonen, dass ihre Ergebnisse die nachgewiesenen therapeutischen Wirkungen von Musik im Rahmen der Musiktherapie nicht in Frage stellen. Bei der Musiktherapie wird Musik gezielt als Teil eines Behandlungsplans eingesetzt, was sich vom alltäglichen Musikkonsum zur Selbstregulation unterscheidet.
Diese Forschung wirft neues Licht auf das komplexe Verhältnis zwischen Musik und psychischer Gesundheit und unterstreicht die Notwendigkeit, zwischen Selbsthilfe und professioneller Therapie zu unterscheiden.