Musikverlage verklagen Anthropic wegen mutmaßlicher Urheberrechtsverletzung
Sony Music Publishing und Warner Chappell Music haben eine Klage gegen das KI-Unternehmen Anthropic eingereicht. Die Klageschrift behauptet, das Unternehmen habe rechtswidrig urheberrechtlich geschützte Songtexte zum Training seiner Claude-KI-Modelle verwendet.

Führende Musikverlage, darunter Sony Music Publishing und Warner Chappell Music, haben eine Klage gegen das KI-Unternehmen Anthropic eingereicht. Die am 28. August beim U.S. District Court für den nördlichen Bezirk Kaliforniens eingereichte Klage wirft Anthropic vor, urheberrechtlich geschützte Lieder unrechtmäßig erworben und zum Training seiner Claude KI-Modelle verwendet zu haben.
Die Verlage behaupten, Anthropic habe urheberrechtlich geschütztes Material auf illegalem Wege beschafft, unter anderem über Piratenbibliotheken wie LibGen und PiLiMi, sowie durch das Auslesen von Songtexten von Websites wie MusixMatch und LyricFind. Die Klageschrift besagt ferner, dass Anthropic Datensätze von Drittanbietern wie Books3, The Pile und Common Crawl genutzt habe, die angeblich unerlaubte Werke enthielten. Darüber hinaus beschreibt die Klage, wie Anthropic physische Bücher digitalisierte, indem es die Originalexemplare zerstörte.
Gemäß der Klageschrift ist das Claude KI-Modell von Anthropic in der Lage, urheberrechtlich geschützte Songtexte wortwörtlich oder nahezu wortwörtlich wiederzugeben. Es wird auch behauptet, dass die KI abgeleitete Texte oder neue Texte generieren kann, die mit bestehenden urheberrechtlich geschützten Werken konkurrieren. Die Verlage fordern Schadensersatz, eine Unterlassungsverfügung, die Offenlegung der Trainingsdaten von Anthropic und die Zerstörung angeblich rechtsverletzender Kopien.
Dieses Gerichtsverfahren folgt auf frühere Feststellungen, bei denen Anthropic als Empfänger großer Mengen illegal kopierter Bücher identifiziert wurde. Obwohl Anthropic bestreitet, Material von LibGen und PiLiMi direkt für seine kommerziellen Modelle verwendet zu haben, argumentieren die Verlage, dass die kommerziellen Modelle von anderen Anthropic-Modellen beeinflusst wurden, die mit Daten aus diesen Quellen trainiert wurden. Die Klage umfasst zahlreiche bekannte Kompositionen wie "Ain’t No Mountain High Enough" und "All I Want for Christmas is You", wobei die Anschuldigungen bisher nicht vor Gericht bewiesen wurden.