Nacktmull-Königinnen unterdrücken Rivalen-Fruchtbarkeit mit chemischem Signal
Forscher in Berlin haben ein chemisches Signal identifiziert, mit dem Nacktmull-Königinnen die Fortpflanzung anderer Weibchen verhindern. Frühere Hypothesen konzentrierten sich auf physische Dominanz.

Wissenschaftler des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in Berlin haben den Mechanismus aufgedeckt, mit dem Nacktmull-Königinnen (Heterocephalus glaber) die Fruchtbarkeit anderer Weibchen in ihren Kolonien unterdrücken. Die Ergebnisse wurden in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift veröffentlicht.
Zuvor ging die vorherrschende Hypothese davon aus, dass Schikane und körperliche Gewalt die primären Methoden waren, mit denen Königinnen die Fortpflanzung bei rivalisierenden Weibchen verhinderten. Die Forscher hielten dies jedoch angesichts der ausgedehnten unterirdischen Tunnelsysteme, die sich bis zu drei Kilometer erstrecken können, für unpraktisch.
Die Studie zeigt, dass Königinnen ein ausgeklügeltes olfaktorisches Signalprogramm einsetzen. Nacktmulle besitzen auffallend große Nasen und schätzungsweise 1.200 Geruchsrezeptorgene, was die Anzahl von Mäusen übertrifft und die von Menschen deutlich übersteigt. Da sie blind sind, ist ihr Geruchssinn für die Navigation und das Überleben entscheidend.
Gary Lewin, Neurobiologe und leitender Autor der Studie, betonte die erhöhte Bedeutung des Geruchssinns für die Art. Die Forschung deutet darauf hin, dass chemische Signale das wichtigste Werkzeug sind, das die Königinnen zur Regulierung der Fortpflanzung innerhalb der Kolonie einsetzen.