Nanjing University stoppt Erfassung der Aufmerksamkeit von Studierenden
Nach öffentlicher Kritik hat die Universität Nanjing die Funktion zur Erfassung der 'Aufmerksamkeitsrate' in ihren smarten Klassenzimmern deaktiviert.
Die Universität Nanjing hat offiziell bestätigt, dass ihr System für smarte Klassenzimmer nicht mehr zur Messung der sogenannten 'Aufmerksamkeitsrate' von Studierenden genutzt wird. Dies folgt auf eine öffentliche Kontroverse, die durch Screenshots eines Überwachungssystems ausgelöst wurde, auf denen neben Anwesenheitsdaten auch das Blickverhalten der Studierenden protokolliert wurde.
In einer offiziellen Stellungnahme betonte die Universitätsleitung, dass das Projekt zur Modernisierung der Klassenzimmer primär der Aufzeichnung von Vorlesungen und der Erleichterung von Fernunterricht diene. Die Institution dementierte zudem Berichte, laut denen Gesichtserkennungssoftware ohne Genehmigung eingesetzt werde oder die Daten zur Notenvergabe herangezogen würden.
Die Universität stellte klar, dass die kursierenden Bilder aus einem isolierten Vorfall bei einer Online-Aufsicht am Campus in Suzhou stammten. Man wolle zwar weiterhin in digitale Bildungstechnologien investieren, werde dabei jedoch den Schutz der Privatsphäre der Studierenden in den Vordergrund stellen.
Der Vorfall fügt sich in eine breitere Diskussion über den Einsatz von Überwachungstechnologie an chinesischen Universitäten ein. Während smarte Klassenzimmer zunehmend als Standard zur Unterstützung hybrider Lernformate gelten, bleibt das Gleichgewicht zwischen technischer Datenerfassung und dem Schutz der Persönlichkeitsrechte ein zentrales Thema für Bildungseinrichtungen.