Grafikdesign indigener Völker in neuem Buch dokumentiert
Brian Johnsons Buch „Designed to Be Red“ beleuchtet über 200 Jahre indigener Grafikdesigns und stellt westliche Vorstellungen von Designgeschichte in Frage.

Brian Johnson, Mitglied der Monacan Indian Nation, hat am 15. September sein Buch „Designed to Be Red: Native & Indigenous Graphic Works“ bei DelMonico Books veröffentlicht. Das Werk dokumentiert über 200 Jahre Grafikdesign indigener Künstler aus 144 verschiedenen Nationen, Stämmen und Kulturgruppen.
Das Buch zielt darauf ab, den Mythos zu entkräften, dass die Designgeschichte im 19. Jahrhundert ausschließlich in Europa begann. Johnson beschreibt das dreijährige Projekt, das durch eine Anfrage der Galerie Poster House in New York angestoßen wurde, als Bestrebung nach „kultureller Souveränität“. Seine eigene indigene Herkunft und seine langjährige Karriere als Designer, Kurator und Partner des Designstudios Polymode bildeten die Grundlage für die Zusammenstellung der Beiträge.
„Designed to Be Red“ präsentiert über 200 grafische Arbeiten, die ein breites Spektrum indigenen Ausdrucks repräsentieren. Johnson argumentiert, dass die traditionelle westliche Designgeschichte nicht mit indigenen Weltanschauungen übereinstimmt, die oft als vernetzte Systeme konzipiert werden. Das Buch hebt Werke hervor, die für Bewegungen wie die American Indian Movement von Bedeutung waren.
Der Kurationsprozess umfasste die Schließung von Lücken in der traditionellen Archivierung. Viele Werke waren undokumentiert oder falsch zugeordnet, obwohl sie in ihren Gemeinschaften bekannt waren. Johnson bemühte sich, die Namen und Geschichten dieser Künstler und Designer wieder in die Designgeschichte zu integrieren.
Das Buch enthält auch Beiträge von anderen indigenen Gelehrten und Designern, darunter Dr. Jessica Moore Harjo und Jackson Polys. Der Titel „Designed to Be Red“ spielt mit der englischen Doppeldeutigkeit von „red“ (rot) und „read“ (lesen) und verweist sowohl auf externe Kategorisierung als auch auf die Auseinandersetzung mit und das Verständnis von indigenen Erzählungen.