Naturkautschukpreise steigen wegen Angebotsdefizit und Reifen-Nachfrage
Die Preise für Naturkautschuk erreichten im Mai Jahreshochs, ein globales Defizit von 400.000 Tonnen wird für 2026 erwartet. Alternde Plantagen und Wetterstörungen verknappen das Angebot.

Die Preise für Naturkautschuk sind im Jahr 2026 stetig gestiegen und erreichten im Mai neue Jahreshochs. Der chinesische Referenzpreis stieg am 8. Mai auf 17.858,33 RMB pro Tonne. Die bisherigen Gewinne des Jahres übersteigen 15 Prozent, was Kautschuk zu einer der besser performenden Weichwaren des Jahres macht.
Auf der Angebotsseite gibt es strukturelle Herausforderungen. Alternde Kautschukbäume, die ihre Spitzenerträge überschritten haben, sowie wetterbedingte Störungen in wichtigen Produktionsländern wie Thailand und Indonesien führen zu einer geringeren Produktion und einer knapperen Verfügbarkeit. Erste Schätzungen für 2026 gehen von einem globalen Angebotsdefizit von rund 400.000 Tonnen aus.
Die Nachfrage blieb robust und stützte die Preisrallye. Die Reifenherstellung ist weiterhin der größte Abnehmer, und die Automobilproduktion in Asien hat sich besser als erwartet gehalten. Geely strebt beispielsweise 640.000 Fahrzeugverkäufe im Ausland für 2026 an. Die Nachfrage aus der Latexwaren-, medizinischen Handschuh- und industriellen Gummiindustrie hat ebenfalls zum Grundverbrauch beigetragen.
Höhere Rohölpreise verteuern zudem synthetischen Kautschuk, der erdölbasiert ist. Dies verringert die Preisdifferenz, die es Reifenherstellern normalerweise ermöglicht, auf Naturkautschuk umzusteigen, und bietet somit zusätzliche Unterstützung für die Naturkautschukpreise.