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NDR thematisiert Desinformation und ihre Folgen für Kommunalpolitiker

Der NDR hat eine Diskussionsrunde veranstaltet, die sich mit der Zunahme von Desinformation, darunter gefälschte Bilder und Falschmeldungen, und deren Auswirkungen auf die lokale Politik befasste.

13. Oktober 2026
NDR thematisiert Desinformation und ihre Folgen für Kommunalpolitiker

Der NDR Norddeutscher Rundfunk hat in seiner Sendung "NDR DIREKT" die wachsende Bedrohung durch Desinformation, wie Deepfakes und Falschmeldungen, im Bereich der Kommunalpolitik beleuchtet. Bei einer Diskussionsrunde an der Leuphana Universität Lüneburg wurde deutlich, dass solche falschen Informationen längst nicht mehr nur die große Politik betreffen, sondern den demokratischen Alltag auf lokaler Ebene erheblich beeinträchtigen.

Thomas Otto, noch amtierender Bürgermeister der Gemeinde Saterland, berichtete von seiner Betroffenheit durch gefälschte Bilder und erklärte, warum er sich nicht mehr zur Neuwahl aufstellen lässt. Er schilderte das Gefühl der Hilflosigkeit, besonders bei weiblichen Amtskolleginnen, und forderte niedrigschwellige Anzeigemöglichkeiten. "Es passiert alles nicht schnell genug", so Otto.

Thorsten Massinger, Präsident des niedersächsischen Landeskriminalamts, betonte die Notwendigkeit, häufiger Anzeige zu erstatten. Er riet Betroffenen, gefälschte Inhalte schnellstmöglich bei den Plattformen zu melden, damit diese entfernt werden können und die Justiz eingreifen kann. Auch die Nutzung von Hilfsangeboten wie der Initiative "Starke Stelle" wurde empfohlen, die Kommunalpolitiker bei Hasskampagnen unterstützt.

Ein weiterer wichtiger Punkt war die Stärkung der Medienkompetenz. Medienexperte Fabian Grischkat forderte eine strengere Regulierung von Social-Media-Plattformen und eine klare Kennzeichnungspflicht für Inhalte. Professor Marcus Pietsch von der Leuphana Universität Lüneburg unterstrich die Rolle der Bildung bei der Erklärung von Mechanismen sozialer Medien und der Förderung des Zugangs zur freien Presse.

Originalquelle: ndr.de