Fast drei Viertel der Biogasanlagen in Deutschland mit erheblichen Mängeln
Ein Bericht der Kommission für Anlagensicherheit (KAS) zeigt, dass rund 71 Prozent der geprüften Biogasanlagen in Deutschland erhebliche Mängel aufweisen. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert staatliches Versagen und warnt vor klimaschädlichen Methan-Lecks.

Berlin – Eine neue Untersuchung der Kommission für Anlagensicherheit (KAS) deckt gravierende Mängel bei deutschen Biogasanlagen auf. Laut dem Bericht sind rund 71 Prozent der kontrollierten Anlagen von erheblichen Defiziten betroffen, was die Deutsche Umwelthilfe (DUH) als „systematisches Vollzugsversagen“ bezeichnet und scharfe Kritik an den zuständigen Behörden übt.
Zu den festgestellten Mängeln zählen unter anderem undichte Gassysteme, fehlende oder verspätete Dichtheitsprüfungen sowie nachgewiesene Methan-Leckagen an Gasspeichern, deren Behebung nicht dokumentiert wurde. Die DUH bemängelt, dass diese Probleme seit Jahren, teilweise seit fast zwei Jahrzehnten, bei wiederholten Prüfungen auftreten, ohne dass wirksame Lösungen implementiert wurden.
Die Organisation kritisiert zudem Pläne des Bundeswirtschaftsministeriums, den Einsatz von Biomethan im Gebäudesektor auszuweiten. Die DUH argumentiert, dass angesichts der bekannten und teilweise ungelösten Methan-Emissionen eine solche Ausweitung problematisch ist. Sie fordert stattdessen eine konsequente Durchsetzung bestehender Vorschriften und die Einführung regelmäßiger, unabhängiger Kontrollen.
Methan, ein starkes Treibhausgas, trägt maßgeblich zur Erderwärmung bei. Neben den Klimafolgen kann Methan auch bodennahes Ozon bilden, welches Gesundheits- und Ernteschäden verursacht. Die Ergebnisse der KAS-Untersuchung unterstreichen die Notwendigkeit strengerer Kontrollen und effektiver Maßnahmen zur Reduzierung von Methanemissionen in der Biogasbranche.